Orthopädie / Sporttraumatologie

Kniegelenk

ORTHOPÄDIE / SPORTTRAUMATOLOGIE

Für das Verstehen von Erkrankungen und Verletzungen des Kniegelenkes ist eine Übersicht über den Aufbau, d.h. die Anatomie des Knies und die Funktion wichtiger Strukturen wie Meniskus, Kreuzband und Knorpel sehr wichtig.

Anatomie und Aufbau des Kniegelenk

Das Kniegelenk ist die gelenkige Verbindung zwischen Oberschenkelknochen, Schienbein und Kniescheibe. Dass die Sache doch etwas kompliziert ist, verrät ein Blick ins Innere des Gelenks: Das runde Ende des Oberschenkelknochens und das Plateau des Schienbeinknochens passen nur schlecht zueinander. Ein aufwändiger Apparat aus Bändern, Sehnen und Puffern ist nötig, um ein gute Beweglichkeit zu gewährleisten.

Darüberhinaus soll das Kniegelenk noch einen festen Stand garantieren, Drehungen erlauben und Bewegungen abfedern. Das Ergebnis: ein komplexes Konstrukt – das einerseits recht belastungsfähig, andererseits aber auch verletzlich ist und sich im Laufe des Lebens abnutzt.

Die wichtigsten Strukturen des Kniegelenks:

Knorpel

Die Enden des Ober- und Unterschenkelknochens sind mit einer 3 bis 5 Millimeter dicken Pufferschicht aus hyalinem Knorpel überzogen. In Verbindung mit der Gelenkflüssigkeit gestattet dies eine reibungsfreie Bewegungen. Der Knorpel des Erwachsenen besitzt keine Blutversorgung, folglich heilen Defekte nicht von selbst. Das Gegenteil ist der Fall, der Knorpelschaden nimmt zu und es droht Arthrose.

Meniskus

Zwischen den Ober- und Unterschenkelknochen liegen als Puffer auf der Innenseite der Innenmeniskus und auf der Außenseite der Außenmeniskus. Die Menisken bestehen aus Faserknorpel.

Zu den Aufgaben des Meniskus gehört, neben der Dämpferfunktion, eine Vergrößerung der Kontaktfläche zur besseren Druckverteilung zwischen Ober- und Unterschenkelknochen. Durch einen Unfall kann es zum Meniskusriss kommen. Ein Meniskusriss kann aber auch im Rahmen von Verschleiß entstehen.

Bänder: Kreuzband, Seitenband

Das Kniegelenk wird durch vier komplexe Bandstrukturen gesichert. Hierzu zählen die zwei Seitenbänder sowie das vordere und das hintere Kreuzband. Die Seitenbänder (Innen- bzw. Außenband) dienen der Stabilisierung des Kniegelenks zur Seite hin. Ihren Namen entsprechend verläuft das Innenband auf der Innen- und das Außenband auf der Außenseite des Kniegelenks.

Die Kreuzbänder verlaufen in der Tiefe des Kniegelenks und stabilisieren den Unterschenkel gegenüber dem Oberschenkel nach vorne bzw. hinten sowie bei Rotationsbewegungen. Durch einen heftigen Unfall kann es zu einer Bandverletzung kommen. Je nach Schwere der Verletzung unterscheidet man zwischen Überdehnung, Teilriss oder komplettem Bandriss (Kreuzbandriss)

Muskeln und Sehnen

Sie sind Voraussetzung für die aktive Bewegung des Knies. Die Muskeln enden in Sehnen und sind über sie mit den Knochen verbunden. Bei Anspannung verkürzen sich die Muskeln, die Knochen werden in Richtung der Anspannung bewegt. Gleichzeitig sichert der Muskelzug das Gelenk in seiner Position. Infolge von chronischer Überbelastung kann es zu Sehnenreizungen durch Gewalteinwirkung oder heftige Bewegungen zu Muskelverletzungen kommen (Patellaspitzensyndrom / Läuferknie / Muskeverletzung).

Kniescheibe (Patella)

Sie ist der knöcherne Bestandteil der Kniescheibensehne (Patellasehne), die den großen Oberschenkelmuskel (M. Quadrizeps) mit dem Schienbein verbindet. Bei jeder Bewegung „gleitet“ sie über das Gelenk. Sie hat auf der Rückseite einen dicken Belag aus Knorpel.

Kommt es zu einer Schädigung der Knorpelflächen macht sich dies insbesondere beim Treppensteigen durch Schmerzen bemerkbar. Bei fortgeschrittenem Knorpelschaden spricht man von Arthrose.

Gelenkkapsel, Gelenkschleimhaut, Gelenkflüssigkeit

Wie jedes Gelenk wird auch das Kniegelenk von einer kräftigen Gelenkkapsel umgeben. Sie ist innen ausgekleidet mit Schleimhaut. Die Schleimhaut produziert Gelenkflüssigkeit zur Ernährung des Knorpels und zur Schmierung des Gelenks.

Kommt es zu einer Entzündung der Gelenkschleimhaut, beispielsweise durch einen Knorpelschaden, produziert die Schleimhaut mehr an Flüssigkeit, ähnlich wie die Nasenschleimhaut bei Schnupfen. Die Folge, das Kniegelenk schwillt an und ist schmerzhaft. Neben einer entzündungshemmenden Therapie sollte ggf. eine Medikamentöse Knorpeltherapie z.B. mit Hyaluronsäure erfolgen.

Schleimbeutel

Das Kniegelenk ist von zahlreichen Schleimbeuteln umgeben. Sie dienen als Puffer und Verschiebschicht zwischen verschiedenen Gelenkanteilen. Bei Entzündung vergrößern sich die Schleimbeutel, sie schwellen an. Hierdurch kann sich das Aussehen der Beinoberfläche verändern.


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