Spezielle Therapien

Hyaluronsäure-Behandlung

Unsere Gelenke leisten jeden Tag Erstaunliches – sie tragen unser Körpergewicht, federn Belastungen ab und ermöglichen vielfältige Bewegungen. Voraussetzung dafür ist intakter, gesunder Knorpel. Seine glatte Oberfläche ermöglicht ein weitestgehend reibungsfreies Gleiten der Gelenkpartner und die Elastizität des Knorpels wirkt wie ein „Stoßdämpfer“.Wenn der Knorpel sich abnutzt, wird ein Gelenk häufig schmerzhaft und fühlt sich ggf. steif an. Es kann sich sogar entzünden, schwillt an und wird warm.
Arzt hält Spritze mit Hyaluronsäure in Hand zur Injektionsbehandlung bei Arthrose

Arthrose

Kommt es zu einer stärkeren Abnutzung eines Gelenkes, bezeichnet man das als Arthrose. Dabei ist ein gewisses Maß an Verschleiß Teil des natürlichen Alterungsprozesses – doch auch jüngere Menschen können betroffen sein, etwa durch Fehlbelastungen, Verletzungen oder Übergewicht.

Bei Arthrose unterscheidet man verschiedene Schweregrade, die beschreiben, wie stark der Gelenkverschleiß fortgeschritten ist. Sie reichen von ganz leichtem bis hin zu einem sehr schweren Verschleiß. Umso wichtiger sind die rechtzeitige Diagnose und eine gezielte Behandlung.

Die Bedeutung von „Gelenkschmiere“

Im gesunden Gelenk sorgt eine zähe Flüssigkeit – die „Gelenkschmiere“ – dafür, dass alles reibungslos läuft. Zum einen versorgt diese Gelenkflüssigkeit den Knorpel mit Nährstoffen. Zum anderen enthält sie Hyaluronsäure, die wie ein natürliches „Schmiermittel“ wirkt.

Bei Gelenkverschleiß verändert sich diese Flüssigkeit: Sie wird dünnflüssiger, ihre Schutzfunktion nimmt ab, und der Knorpel wird stärker belastet. Es entsteht ein Kreislauf aus Reibung, Schmerzen und zunehmendem Verschleiß.

Wie kann synthetische Hyaluronsäure helfen?

Bei der Hyaluronsäure-Therapie wird speziell aufbereitete, synthetische Hyaluronsäure direkt in das betroffene Gelenk gespritzt. Sie verbessert unmittelbar die Gleitfähigkeit und wirkt stoßdämpfend. Wissenschaftliche Studien haben aber auch gezeigt, dass darüberhinaus die zugeführte Hyaluronsäure den Körper anregt, wieder vermehrt eigene Gelenkschmiere zu produzieren.

Hyaluronsäure ist kein „Wundermittel“. Sie heilt Arthrose nicht – solche Medikamente stehen uns Gelenkspezialisten leider nicht zur Verfügung. Hyaluronsäure ist jedoch in vielen Fällen geeignet, Gelenkschmerzen zu reduzieren, die Mobilität zu verbessern und den verbliebenen Knorpel zu schützen. Die Folge: eine weniger rasche Zunahme der Arthrose und eine langfristig bessere Lebensqualität.

Wie erfolgt die Behandlung mit Hyaluronsäure?

Je nach Ausprägung der Arthrose empfehlen wir in der Regel drei bis fünf Injektionen, jeweils im wöchentlichen Abstand.

Spritzen in Gelenke müssen grundsätzlich unter bestimmten Hygienevorschriften erfolgen. Darunter sind die Risiken (Infektion) ausgesprochen gering. Zudem ist Hyaluronsäure - auch wenn sie synthetisch hergestellt wird - eine natürliche Substanz. Sie ist somit äußerst gut verträglich und weitestgehend nebenwirkungsfrei. Die Injektion selbst ist in der Hand eines Spezialisten nicht schmerzhaft, insbesondere dann, wenn die Stelle vorher leicht betäubt wird. Nach einer solchen Injektion können Sie den Alltag unmittelbar wieder aufnehmen. Die Wirkung hält oft über viele Monate an, da die körpereigene Produktion von Hyaluronsäure zusätzlich angeregt wird.

Bei mittelschweren Knorpelschäden sollten die Injektionen ggf. im Abstand eines Jahres wiederholt werden. Bei fortgeschrittener Arthrose können die Injektionen auch häufiger, d. h. ggf. halbjährlich durchgeführt werden.

Wie sieht es mit den Kosten der Hyaluronsäure-Behandlung aus?

Die Kosten der Behandlung mit Hyaluronsäure berechnet sich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Sie werden in aller Regel von privaten Krankenversicherungen übernommen. Bei gesetzlich Versicherten gilt sie als Selbstzahlerleistung. Gern erstellen wir Ihnen hierzu einen detaillierten Kostenvoranschlag.

Was bei Gelenkverschleiß sonst noch wichtig ist!

Auch Sie können aktiv etwas für Ihre Gelenkgesundheit tun: Genau wie gesunde Gelenke, benötigen auch verschlissene Gelenke Bewegung. Wichtig ist jedoch, Überlastungen zu vermeiden und Ihre Gelenke gezielt zu trainieren.

Sanfte, gleichmäßige Aktivitäten wie Radfahren, Walken oder Schwimmen sind ideal. Sie fördern die Nährstoffversorgung des Knorpels und erhalten die Geschmeidigkeit der Gelenke.

Ein individuell abgestimmtes Trainingsprogramm, das Sie gemeinsam mit Ihrer Physiotherapeutin oder Ihrem Physiotherapeuten erarbeiten können, unterstützt Sie dabei, sicher und effektiv zu trainieren.

Achten Sie auf die richtige Balance:

  • Runde, sanfte Bewegungen zur Stoffwechselaktivierung
  • Kräftigungsübungen zur Gelenkstabilisierung
  • Dehnübungen, um die Beweglichkeit zu erhalten
  • Balanceübungen, um die Gelenksteuerung zu verbessern

Auch kleine Veränderungen können viel bewirken: Ein paar Kilo weniger, weiche Schuhsohlen oder individuell angepasste Einlagen entlasten Ihre Gelenke spürbar.

Bei akuten Schmerzen oder Schwellungen hilft häufig Kühlung – z.B. als Cold-pack oder Quarkwickel.

Gelenkverschleiß ist ein komplexes Geschehen. Je früher Arthrose erkannt wird, desto besser ist sie behandelbar. Auch wenn eine Heilung leider nicht möglich ist, kann durch eine individuell abgestimmte Behandlung ein rasches Voranschreiten vermieden werden. So erhalten Sie sich langfristig Ihre gute Lebensqualität.

Wir beraten Sie gern, welche Maßnahmen und Therapien für Sie persönlich sinnvoll sind.

Hyaluronsäure – was sagt die Wissenschaft?

Renommierte Fachgesellschaften sprechen sich für die Anwendung von Hyaluronsäure zur Behandlung von Arthrose aus.

  • Die internationale OARSI-Leitlinie¹ (Osteoarthritis Research Society International) bestätigt die Wirksamkeit von Hyaluronsäure. Sie betont insbesondere deren Vorteile gegenüber Kortison.
  • Die aktuelle S3-Leitlinie² der DGOU (Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie) zeigt klar: Hyaluronsäure-Injektionen sind sicher.
  • Der BVOU³ (Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie) befürwortet die Behandlung von Gelenkverschleiß mit Hyaluronsäure. Sie zeigt klare Vorteile gegenüber Kortison und ist zudem nebenwirkungsärmer als klassische Schmerz- und Entzündungshemmer wie Diclofenac oder Ibuprofen.

Wissenschaftliche Studien / Literatur

  1. OARSI Guidelines for the Non-Surgical Management of Knee, Hip, and Polyarticular Osteoarthritis. R.R. Bannuru, M.C. Osani, E.E. Vaysbrot, T. Trojian, M. Underwood, T.E. McAlindon. 03.06.2019
  2. Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie: Prävention und Therapie der Gonarthrose, Version 5.0, 15.07.2024
  3. Stellungnahme des BVOU (Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie) zur Kritik an IGeL-Leistungen in der Orthopädie und Unfallchirurgie, 28.05.2025

Häufig gestellte Fragen zum Thema (FAQ)

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.

Aktuelle sind hier keine Fragen vorhanden. Falls Sie offene Fragen zum Thema haben, kontaktieren Sie uns gerne per Mail.

IM FOKUS Magazine

Die Ärzte der Praxis für Orthopädie und Sporttraumatologie sind hoch spezialisiert. Im Fokus stehen vor allem Erkrankungen und Verletzungen von Schulter- und Kniegelenken

No items found.
Jetzt Termin vereinbaren!
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Wir sind für Sie da!

arrow_back_ios
arrow_forward_ios
No items found.
Online-Termin
Jetzt Termin
online buchen!