Ein Ziehen hinten an der Ferse, vor allem aber Schmerzen bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen: Dafür ist häufig die Achillessehne verantwortlich. Beschwerden an der Achillessehne (Achillessehnenreizung) zählen zu den häufigsten Überlastungsschäden, gerade in der aktiven Bevölkerung und bei Sportlern. Um eine langwierige Behandlung oder gar chronische Beschwerden zu vermeiden, ist Vorbeugung entscheidend.
Die Achillessehne ist die kräftigste Sehne des menschlichen Körpers. Sie überträgt bei jedem Schritt, ganz besonders aber beim Sport, immense Lasten. Kommt es durch eine erhöhte Beanspruchung zu Mikroverletzungen, ist das in gewisser Weise ganz normal: Körpereigene Reparaturprozesse gleichen sie in aller Regel wieder aus. Dieser Vorgang wird als natürliche Regeneration bezeichnet.
Solange Belastung und natürliche Regeneration in Balance stehen, ist alles in Ordnung. Problematisch wird es, wenn entweder die Belastung zu hoch oder die Regeneration nicht ausreichend ist. Dann kommt es zu einer spürbaren, das heißt schmerzhaften Reizung der Achillessehne.
Besonders kritisch wird es, wenn ein schlechter Trainingszustand und schlechte Sportschuhe hinzukommen.
Aus den Auslösern ergibt sich, was zur Prophylaxe hilft. Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, konkretisiert die wichtigsten Maßnahmen.
Wie entscheidend der Trainingszustand ist, kennt jeder aus eigener Erfahrung: Nach der ersten Trainingseinheit plagt einen fürchterlicher Muskelkater, nach ein paar Einheiten macht die gleiche Belastung nichts mehr aus. Was für die Muskulatur gilt, trifft genauso auf die Sehnen zu. Der Unterschied: Ist die Achillessehne erst einmal schmerzhaft gereizt, vergeht das leider nicht so rasch wie ein Muskelkater. Die Quintessenz lautet deshalb: Steigern Sie die Belastung schrittweise, denn das Gewebe passt sich der Belastung an.
Den einen optimalen Sportschuh gibt es nicht. Welcher Schuh persönlich der richtige ist, hängt von zahlreichen Faktoren ab: unter anderem von der Fußform, dem Gewicht, den Beinachsen (etwa einem O- oder X-Bein) und dem Laufstil. Am besten lassen Sie sich in einem renommierten Fachgeschäft beraten. Gegebenenfalls ist auch eine Laufbandanalyse sinnvoll. So zeigt sich am besten, ob zusätzlich individuelle Einlagen nötig sind.
Dass das Laufen auf Waldboden für Sehnen und Gelenke bekömmlicher ist als auf Beton, liegt auf der Hand.
Sehnen übertragen die Muskelkraft und sind von Natur aus so konzipiert, dass sie vor allem Zugbelastungen gut tolerieren. Das gilt umso mehr, wenn der Zug auf die Sehne eher gleichmäßig und nicht zu ruckhaft erfolgt. Runde, sanfte Bewegungen sind daher bekömmlicher als dynamische Bewegungen wie Sprünge, abruptes Abstoppen oder Starten. Übertreiben Sie es also nicht, wenn Sie beispielsweise im Urlaub zum Beachvolleyball animiert werden oder ungewohnt auf einem Hartplatz in einem Tennismatch gefordert sind.
Ganz wichtig ist eine adäquate Regeneration nach einer Trainingseinheit, insbesondere wenn sie sehr intensiv war. Neben einer angemessenen Pause wirken durchblutungsfördernde Maßnahmen wie Wechselbäder beziehungsweise Eisabreibungen unterstützend. Daneben sollte die Wadenmuskulatur intensiv gedehnt werden. Das reduziert die Grundspannung der Muskulatur und damit den chronischen Zug an der Achillessehne. Die Folge: eine beschleunigte Regeneration.
Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.
Schmerzen bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen sind typisch für eine gereizte Achillessehne. Die Reizung entsteht, wenn die Belastung der Sehne zu hoch oder die natürliche Regeneration nicht ausreichend ist.
Bei erhöhter Beanspruchung kommt es in der Sehne zu Mikroverletzungen, die der Körper normalerweise durch eigene Reparaturprozesse ausgleicht. Geraten Belastung und Regeneration aus der Balance, entsteht eine schmerzhafte Reizung der Achillessehne.
Kritisch sind Laufen und Sport auf sehr hartem Untergrund wie Beton oder auf unebenem, nachgiebigem Untergrund wie Sand. Vor allem dynamische Bewegungen wie Sprünge, Sprints und Stop-and-go-Bewegungen stressen die Sehne, besonders bei schlechtem Trainingszustand und schlechten Sportschuhen.
Den einen optimalen Sportschuh gibt es nicht. Fußform, Gewicht, Beinachsen und Laufstil entscheiden mit darüber, welcher Schuh passt. Eine Beratung im Fachgeschäft und gegebenenfalls eine Laufbandanalyse helfen bei der Auswahl, auch um zu klären, ob individuelle Einlagen sinnvoll sind.
Neben einer angemessenen Pause unterstützen durchblutungsfördernde Maßnahmen wie Wechselbäder und Eisabreibungen die Erholung. Intensives Dehnen der Wadenmuskulatur reduziert zudem die Grundspannung und den chronischen Zug an der Achillessehne und beschleunigt so die Regeneration.