Schulterschmerzen gehören heute zu den häufigsten Gründen, warum Patienten einen Orthopäden aufsuchen. Bemerkenswert dabei: Es sind keineswegs nur ältere Menschen betroffen, sondern zunehmend auch junge. Ursache ist oft mangelnde Bewegung, häufig aber auch das genaue Gegenteil: zu viel oder einseitige Belastung der Schulter.
Am häufigsten steckt das Impingement-Syndrom (Engpasssyndrom der Schulter) hinter den Beschwerden. Dabei kommt es aufgrund einer Enge zwischen dem Oberarmkopf und dem Schulterdach zu einem Einklemmen von Sehnen, insbesondere der Supraspinatussehne. Dieses Einklemmen geschieht vor allem beim Hochheben des Armes.
Besonders häufig betroffen sind Menschen, die viel über Kopf aktiv sind, beispielsweise Handwerker oder Sportler wie Volleyball- und Tennisspieler. Ein Impingement kann aber auch entstehen, ohne dass die Schulter in besonderer Weise belastet wird:
Unabhängig von der Ursache sind die Folge Schmerzen beim Hochheben des Armes, insbesondere beim seitlichen Anheben auf etwa halber Höhe. Auf Dauer kann sich daraus eine Entzündung des Schleimbeutels entwickeln. Dann bestehen häufig auch nächtliche Schmerzen oder Schmerzen, die in den Oberarm ausstrahlen. Zudem können sich schmerzhafte Kalkablagerungen bilden.
Besonders kritisch wird es, wenn es durch den ständigen Reizzustand zu einem Sehnenriss kommt, einer sogenannten Rotatorenmanschettenruptur. Umso wichtiger ist es, einem Impingement vorzubeugen und es rechtzeitig in den Griff zu bekommen, wenn es dennoch dazu gekommen ist.
Da das Impingement letztlich ein Engeproblem ist, geht es primär darum, den Raum unter dem Schulterdach zu erweitern. Das gelingt mit Übungen, die die Muskeln kräftigen, die den Oberarmkopf nach unten ziehen: So entsteht mehr Platz unter dem Schulterdach und die Sehnen bekommen mehr Raum zum Gleiten. Gekräftigt werden dazu die Innen- und Außenrotatoren der Schulter.
Hängen Sie ein Gummiband (Theraband) beispielsweise an eine Türklinke und positionieren Sie sich so, dass Sie aus einer Außendrehung der Schulter unter zunehmender Spannung des Bandes den Arm langsam und kontrolliert nach innen drehen. Achten Sie darauf, den Oberarm dabei am Körper angelegt zu lassen.
Die zweite Übung funktioniert spiegelbildlich: Positionieren Sie sich mit dem Gummiband so, dass Sie aus einer Innenrotation der Schulter mit angelegtem Oberarm langsam in die Außenrotation arbeiten. Auch hier gelten 10 bis 12 Wiederholungen, langsam und kontrolliert ausgeführt, und nach kurzer Pause insgesamt 4 bis 6 Durchgänge.
Um die Selbstheilung beim Impingement zu unterstützen, ist es wichtig, dass die Schulter möglichst gut durchblutet wird. So können sich die gestressten, schmerzhaften Sehnen rasch regenerieren. Die Durchblutung lässt sich sehr einfach mit der sogenannten Eislolli-Behandlung anregen.
Zur Herstellung des Eislollis füllen Sie einen Plastikbecher mit Wasser, stellen einen Löffel hinein und geben das Ganze ins Eisfach. Sobald das Wasser gefroren ist, nehmen Sie den Eislolli aus dem Becher.
Sie werden merken: Das Gewebe, das zunächst eiskalt und blass war, ist danach gerötet und gut durchblutet.
Zur Vorbeugung und Behandlung des Impingement-Syndroms können Sie also einiges selbst tun. Kommt es darunter jedoch zu keiner durchgreifenden Besserung, sollte die Schulter professionell untersucht werden, bevor das Problem chronisch wird oder ein Dauerschaden entsteht. Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, empfiehlt in diesem Fall die Untersuchung durch einen Arzt Ihres Vertrauens. Die Orthopädie der KLINIK am RING ist auf die Behandlung von Schultererkrankungen spezialisiert.
Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.
Das Impingement-Syndrom (Engpasssyndrom) ist die häufigste Ursache von Schulterschmerzen. Aufgrund einer Enge zwischen Oberarmkopf und Schulterdach werden Sehnen eingeklemmt, insbesondere die Supraspinatussehne. Das geschieht vor allem beim Hochheben des Armes.
Vor allem Menschen, die viel über Kopf arbeiten, etwa Handwerker, sowie Sportler wie Volleyball- oder Tennisspieler. Ein Impingement kann aber auch durch eine anatomische Veranlagung oder durch ständiges Sitzen entstehen, das die muskuläre Steuerung der Schulter stört.
Kräftigungsübungen für die Innen- und Außenrotatoren der Schulter mit einem Gummiband. Sie kräftigen die Muskeln, die den Oberarmkopf nach unten ziehen, und schaffen so mehr Platz unter dem Schulterdach. Empfohlen sind jeweils 10 bis 12 Wiederholungen in 4 bis 6 Durchgängen.
Das Abreiben des schmerzhaften Bereichs mit einem Eislolli regt die Durchblutung an und unterstützt die Regeneration der gereizten Sehnen. Angewendet wird die Behandlung für 10 bis 15 Minuten, möglichst ein- bis zweimal täglich, stets mit kreisenden Bewegungen.
Auf Dauer kann sich der Schleimbeutel entzünden, mit nächtlichen und in den Oberarm ausstrahlenden Schmerzen. Zudem können sich schmerzhafte Kalkablagerungen bilden. Besonders kritisch ist ein Sehnenriss, die sogenannte Rotatorenmanschettenruptur.
Wenn Übungen und Eigenbehandlung keine durchgreifende Besserung bringen, sollte die Schulter ärztlich untersucht werden, bevor das Problem chronisch wird oder ein Dauerschaden entsteht.