Wer gern Sport macht und dabei oder danach ein unangenehmes Ziehen oder einen Schmerz vorne am Schienbein spürt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit ein sogenanntes Schienbeinkantensyndrom. Dahinter steckt eine Reizung der Muskelansätze, der Faszien und der Knochenhaut an der Innenseite des Schienbeins. Im Jargon wird das Beschwerdebild auch Shin Splints genannt.
Shin Splints sind meist Folge einer Überlastung. Typische Auslöser sind:
Am wichtigsten wäre die Vorbeugung: ein vernünftiger Trainingsaufbau mit ausreichenden Regenerationsphasen und die persönlich passenden Sportschuhe.
Sind die Schmerzen bereits da, müssen sie als Warnsymptom ernst genommen werden. Fahren Sie die Belastung unbedingt herunter, denn ein Schienbeinkantensyndrom hat die Neigung, rasch chronisch zu werden.
Bei akuten Beschwerden sollte die gereizte Stelle zusätzlich gekühlt werden. Legen Sie dazu vier- bis fünfmal täglich für jeweils circa 20 Minuten ein Cold Pack auf den schmerzhaften Unterschenkel. Wichtig ist, dass das entzündete Gewebe gekühlt wird, aber nicht eiskalt werden darf: Wickeln Sie das Cold Pack deshalb unbedingt in ein Handtuch ein. Hilfreich ist zusätzlich, drei- bis viermal täglich ein entzündungshemmendes Gel aufzutragen, zum Beispiel mit Diclofenac oder Ibuprofen.
Ist die Entzündung nach ein paar Tagen abgeklungen, geht es darum, die Regeneration des gestressten Gewebes zu fördern. Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, nennt dafür drei wichtige Maßnahmen: die Eislolli-Behandlung, regelmäßiges Dehnen und die Faszienbehandlung.
Ziel ist es, durch maximale Kälte reaktiv die lokale Gewebsdurchblutung zu fördern, denn eine gute Durchblutung ist für die rasche Heilung das A und O. Das Prinzip kennt man von einer Schneeballschlacht: Geht man danach mit eiskalten Händen in die warme Wohnung, glühen die Hände geradezu, weil sie maximal durchblutet sind.
Daneben ist es wichtig, die Spannung der Wadenmuskulatur zu reduzieren. Zwei einfache, aber sehr effektive Übungen helfen dabei.
Übung 1 dehnt den oberflächlichen Wadenmuskel:
Übung 2 dehnt den tiefen Wadenmuskel und sieht ganz ähnlich aus, wird jedoch mit gebeugtem Kniegelenk durchgeführt:
Die Faszienbehandlung lässt sich mit einer Faszienrolle, einer Blackroll, recht einfach selbst durchführen. Das druckvolle Durchwalken der Muskelfaszien löst Verklebungen und ist eine sehr effektive Maßnahme, die Sie zwischendurch immer wieder für ein paar Minuten durchführen sollten.
Verschwinden die Beschwerden nicht, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, damit er das Problem genau überprüft und eine professionelle Therapie einleitet, und zwar bevor das Schienbeinkantensyndrom chronisch wird. Die Gelenkspezialisten der KLINIK am RING – Köln beraten Sie dazu gern in einem persönlichen Termin.
Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.
Es handelt sich um eine Reizung der Muskelansätze, der Faszien und der Knochenhaut an der Innenseite des Schienbeins. Typisch ist ein unangenehmes Ziehen oder ein Schmerz vorne am Schienbein beim Sport und danach. Im Jargon spricht man auch von Shin Splints.
Sie sind meist Folge einer Überlastung. Typische Auslöser sind intensive Trainingsperioden nach längerer Trainingspause, eine Umstellung der Lauftechnik sowie ungeeignete oder abgetragene Laufschuhe, insbesondere auf hartem Untergrund.
Die Belastung muss unbedingt heruntergefahren werden, da das Schienbeinkantensyndrom rasch chronisch werden kann. Zusätzlich vier- bis fünfmal täglich für circa 20 Minuten mit einem in ein Handtuch gewickelten Cold Pack kühlen und drei- bis viermal täglich ein entzündungshemmendes Gel auftragen.
Wasser mit einem Löffel oder Stift in einem Plastikbecher einfrieren, den Eislolli aus dem Becher lösen und den schmerzhaften Bereich 10 bis 15 Minuten großflächig mit kreisenden Bewegungen abreiben. Die kreisenden Bewegungen verhindern Erfrierungen. Die maximale Kälte fördert reaktiv die lokale Durchblutung.
Zwei Übungen in Schrittstellung reduzieren die Spannung der Wadenmuskulatur: eine mit gestrecktem hinterem Bein für den oberflächlichen Wadenmuskel und eine mit gebeugtem Knie für den tiefen Wadenmuskel. Die Position wird gehalten, danach folgen eine kurze Pause und drei bis vier Wiederholungen, drei- bis viermal täglich.
Verschwinden die Beschwerden trotz Belastungsreduktion, Kühlung, Dehnung und Faszienbehandlung nicht, sollte ein Arzt das Problem genau überprüfen und eine professionelle Therapie einleiten, bevor das Schienbeinkantensyndrom chronisch wird.