Fersensporn selbst behandeln: Wichtiges zu Ursachen & Behandlung von Fußschmerzen / Fersenschmerzen

Veröffentlicht am:
08.07.2021
Dauer:
7:37
Ein Fersensporn kann starke Schmerzen verursachen. Hier erfahren Sie was ein Fersensporn ist, wie es dazu kommt und was Sie selbst dagegen tun können. Die Verknöcherung bzw. der knöchernde Fortsatz am Fersenknochen wird durch Überlastung der Plantarfaszie ausgelöst. Dr. Stefan Preis von der KLINIK am RING – Köln erklärt in diesem med.clip welche Maßnahmen und Übungen wirklich gegen die Schmerzen bei Fersensporn helfen und wann Sie die Schmerzen an der Ferse besser professionell behandeln lassen sollten, um chronische Schmerzen zu verhindern.

Was ist ein Fersensporn?

Ein Fersensporn ist ein dornförmiger, knöcherner Fortsatz, der sich am Fersenknochen, dem Fersenbein, bildet. Solche Verknöcherungen entstehen im Bereich von Sehnenansätzen, gerade dann, wenn diese chronisch stark belastet werden. Beim Fersensporn ist es die sogenannte Plantarfaszie, die besonders beansprucht wird und deshalb verknöchern kann.

Die Plantarfaszie ist ein dicker, platter Strang aus sehr festem Bindegewebe. Sie hält das Fußlängsgewölbe in seiner Form und spannt es wie die Saite eines Bogens. Sie erstreckt sich zwischen der Ferse und den Zehen. Durch eine Überbelastung des Fußes kommt es am Sehnenansatz zu kleinen Einrissen und nachfolgend zu einer Entzündungsreaktion. Für die Beschwerden sind letztlich die Verletzung der Sehnenplatte und die Entzündung verantwortlich, nicht etwa der Sporn selbst.

Wie häufig ist ein Fersensporn?

  • Statistisch haben etwa 10 Prozent der Erwachsenen einen Fersensporn.
  • Das Durchschnittsalter liegt um das 50. bis 60. Lebensjahr.
  • Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Welche Ursachen hat ein Fersensporn?

Mit zunehmendem Alter flachen sich die Fußgewölbe mehr und mehr ab. Dadurch verstärkt sich der Zug an der Plantarfaszie, und es kann zur Reizung an ihrem Ansatz kommen. Die Folge ist eine schmerzhafte Entzündung. Verschiedene Faktoren verstärken das Problem:

  • Übergewicht, weil die Füße entsprechend mehr tragen müssen
  • Intensives oder ungewohntes Laufen, das die Füße stark belastet
  • Eine zu schwache, untrainierte Fußmuskulatur, die rasch zu einer Überbeanspruchung führt
  • Eine verkürzte Wadenmuskulatur, die die Sehnen des Fußes ungünstig unter Spannung setzt
  • Eine nicht ideale Fußform: Ist das Fußlängsgewölbe zu flach, wird die Sehnenplatte überdehnt; ist es besonders stark ausgebildet, ist ihre Spannung gegebenenfalls hoch
  • Ungeeignetes Schuhwerk, das zu einer ungünstigen Druckverteilung am Fuß führt, insbesondere bei nicht ausreichender Dämpfung im Fersenbereich
  • Fehlhaltungen der Wirbelsäule und ein Beckenschiefstand

Was können Sie selbst gegen den Fersensporn tun?

Wenn Ihre Ferse schmerzt und Sie den Verdacht haben, dass ein Fersensporn dahintersteckt, können Sie zunächst versuchen, das Problem selbst in den Griff zu bekommen. Dabei helfen zum Beispiel Schuhe mit weichen Sohlen. Alternativ können Sie sich im Drogeriemarkt Gelkissen besorgen und in die Schuhe legen.

Neben dieser Entlastung ist es wichtig, die natürliche Regeneration des gestressten Gewebes mit durchblutungsfördernden Maßnahmen zu unterstützen. Denn je besser das Gewebe durchblutet ist, umso intensiver wird dessen Selbstheilung unterstützt. Fußwechselbäder, vor allem aber die sogenannte Eis-Lolli-Behandlung, sind hier sehr effizient.

Wie funktioniert die Eis-Lolli-Behandlung an der Ferse?

  1. Eis-Lolli herstellen: Einen Becher, am besten einen Plastikbecher, mit Wasser füllen, einen Löffel oder Stift hineinstellen und ins Eisfach geben. Ist das Wasser gefroren, den Eis-Lolli aus dem Becher nehmen. Kleiner Tipp: Das geht einfacher, wenn der Becher vorher kurz unter heißes Wasser gehalten wird.
  2. Ferse abreiben: Mit dem Eis-Lolli die schmerzhafte Ferse mit kreisenden Bewegungen abreiben, und zwar für 10 bis 15 Minuten.
  3. Regelmäßig wiederholen: Die Behandlung nach Möglichkeit ein- bis zweimal täglich durchführen.

Das Gewebe, das zunächst eiskalt und blass war, ist anschließend gerötet und gut durchblutet. Das ist wie mit den Händen nach einer Schneeballschlacht: Erst sind sie eiskalt, nachher glühen sie, weil sie maximal durchblutet sind.

Welche Dehnübungen helfen beim Fersensporn?

Ganz wichtig ist zudem, dass die meist verkürzte Wadenmuskulatur regelmäßig intensiv gedehnt wird. Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, empfiehlt dazu zwei einfache, aber sehr effiziente Übungen.

Erste Übung, für den oberflächlichen Wadenmuskel:

  1. Ausgangsposition: Zum Beispiel an ein Sideboard stellen, das schmerzhafte Bein nach hinten bringen und in einer Schrittposition stehen.
  2. Dehnen: Das Becken vorschieben, auf den Fußballen stellen und die Ferse Richtung Boden drücken. Dabei ist eine Dehnung, ein Zug in der Wade spürbar.
  3. Halten und wiederholen: Die Position circa 15 bis 20 Sekunden halten, kurze Pause, das Ganze drei- bis viermal wiederholen. Diese Übungssequenz dauert nicht mehr als zwei Minuten und sollte drei- bis viermal täglich wiederholt werden.

Die zweite Übung sieht ganz ähnlich aus, dehnt aber den tiefen Wadenmuskel:

  1. Ausgangsposition: Wieder in Schrittstellung gehen, diesmal das hintere Bein beugen.
  2. Dehnen: Das Becken vorschieben, das Gewicht auf den Fußballen bringen und die Ferse Richtung Boden drücken, dabei das Knie gebeugt lassen. Die Dehnung ist im unteren Bereich der Wade spürbar.
  3. Halten und wiederholen: Die Regeln bleiben gleich: Position für 10 bis 15 Sekunden halten, kurze Pause, drei- bis viermal wiederholen und die zweiminütige Übung über den Tag verteilt drei- bis viermal durchführen.

Wie führen Sie eine Faszienbehandlung selbst durch?

Hilfreich ist auch eine sogenannte Faszienbehandlung, die Sie recht einfach selbst durchführen können. Nehmen Sie einen Golfball, einen Tennisball oder auch einen Igelball und rollen Sie darauf die schmerzhafte Fußsohle mit einem gewissen Druck für circa 10 Minuten ab. Das lässt sich gut nebenbei machen, am besten zwei- bis dreimal täglich.

Wann sollten Sie mit einem Fersensporn zum Arzt?

Bessern sich die Beschwerden unter diesen Maßnahmen innerhalb von zwei bis drei Wochen nicht, sollten Sie das Problem professionell abklären und behandeln lassen. Denn ein Fersensporn kann leicht chronisch werden. Die Gelenkspezialisten der KLINIK am RING – Köln beraten Sie gern persönlich zur weiteren Behandlung Ihres Fersensporns.

Häufig gestellte Fragen zum Thema (FAQ)

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.

Häufige Fragen zum Fersensporn

Was ist ein Fersensporn?

Ein Fersensporn ist ein dornförmiger, knöcherner Fortsatz am Fersenknochen, dem Fersenbein. Er bildet sich am Ansatz der Plantarfaszie, wenn diese chronisch stark belastet wird.

Verursacht der Sporn selbst die Schmerzen?

Nein. Für die Beschwerden sind die kleinen Einrisse an der Sehnenplatte und die nachfolgende Entzündungsreaktion verantwortlich, nicht der Sporn selbst.

Wer bekommt einen Fersensporn?

Statistisch haben etwa 10 Prozent der Erwachsenen einen Fersensporn. Das Durchschnittsalter liegt um das 50. bis 60. Lebensjahr, Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Wie funktioniert die Eis-Lolli-Behandlung?

Sie frieren Wasser in einem Becher mit einem Löffel oder Stift als Griff ein und reiben mit dem Eis-Lolli die schmerzhafte Ferse für 10 bis 15 Minuten mit kreisenden Bewegungen ab. Das fördert die Durchblutung und sollte ein- bis zweimal täglich wiederholt werden.

Wie oft sollte ich die Wadenmuskulatur dehnen?

Halten Sie die Dehnposition je nach Übung circa 10 bis 20 Sekunden und wiederholen Sie das Ganze nach einer kurzen Pause drei- bis viermal. Diese etwa zweiminütige Übungssequenz sollten Sie drei- bis viermal täglich durchführen.

Wann muss ich mit einem Fersensporn zum Arzt?

Wenn sich die Beschwerden unter Entlastung, Eis-Lolli-Behandlung, Dehnübungen und Faszienbehandlung innerhalb von zwei bis drei Wochen nicht bessern, sollten Sie das Problem professionell abklären und behandeln lassen. Ein Fersensporn kann leicht chronisch werden.

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