Ganz häufig ist für Schulterschmerzen das sogenannte Impingement verantwortlich, also ein schmerzhaftes Einklemmen der Schultersehnen. Für eine wirklich gute Empfehlung ist es allerdings wichtig zu wissen, was tatsächlich hinter den Beschwerden steckt. Die erste Frage lautet deshalb: Beruhen auch Ihre Schulterschmerzen auf einem Impingement?
Mit einem einfachen Test lässt sich das selbst prüfen:
Noch wahrscheinlicher wird ein Impingement, wenn zusätzlich diese Hinweise auftreten:
Als Erstes sollten Sie die Belastung Ihrer Schulter reduzieren. Das heißt konkret: Meiden Sie all das, was Ihre Schmerzen auslöst, beispielsweise Sportarten wie Tennis oder bestimmte Übungen beim Fitnesstraining.
Im zweiten Schritt geht es darum, dass sich die gestressten, schmerzhaften Sehnen möglichst rasch regenerieren. Das funktioniert umso besser, je besser die Schulter durchblutet wird. Verbessern lässt sich die Durchblutung sehr gut und sehr einfach mit der sogenannten Eis-Lolli-Behandlung.
Sie werden merken, dass das Gewebe, das zunächst eiskalt und blass war, anschließend gerötet und gut durchblutet ist. Das ist wie mit den Händen nach einer Schneeballschlacht: Erst sind sie eiskalt, danach glühen sie, weil sie maximal durchblutet sind.
Im nächsten Schritt geht es darum, die muskuläre Steuerung der Schulter zu verbessern. Wichtig ist vor allem, die Muskeln zu kräftigen, die den Oberarmkopf nach unten ziehen. Das sind jene Muskeln, die den Arm nach innen beziehungsweise nach außen drehen, in der Fachsprache Innenrotatoren und Außenrotatoren.
Selbsttest und Übungen sind nur eine grobe Orientierung und können eine genaue ärztliche Untersuchung und Beratung nicht ersetzen. Bessern sich die Beschwerden unter den genannten Maßnahmen innerhalb von spätestens drei bis vier Wochen nicht, sollte das Problem professionell abgeklärt werden. Und zwar bevor die Schulterschmerzen chronisch werden und gegebenenfalls ein Dauerschaden entsteht.
Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, und sein Team beraten Sie dazu gern in einem persönlichen Gespräch.
Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.
Beim Impingement kommt es zu einem schmerzhaften Einklemmen der Schultersehnen. Es ist eine sehr häufige Ursache für Schulterschmerzen.
Nehmen Sie ein Gewicht, beispielsweise eine Wasserflasche, und heben Sie es mit gestrecktem Arm langsam von unten seitlich nach oben. Treten dabei Schmerzen auf, insbesondere etwa auf halber Höhe, spricht das mit hoher Wahrscheinlichkeit für ein Impingement.
Ein Impingement wird noch wahrscheinlicher, wenn Schmerzen im Alltag auftreten, insbesondere bei intensiverer Belastung der Schulter. Auch Schmerzen, die in den Oberarm ausstrahlen, sowie Nachtschmerzen sind typische Hinweise.
Wasser in einem Becher mit einem Löffel oder Stift einfrieren, den Eislolli aus dem Becher lösen und den schmerzhaften Bereich großflächig mit kreisenden Bewegungen abreiben. Die kreisenden Bewegungen verhindern Erfrierungen. Die Anwendung dauert 10 bis 15 Minuten und sollte ein- bis zweimal täglich erfolgen.
Trainiert werden die Innen- und Außenrotatoren, also die Muskeln, die den Oberarmkopf nach unten ziehen. Beide Übungen erfolgen mit einem Theraband und angelegtem Oberarm, langsam und kontrolliert. Die Spannung sollte 10 bis 12 Wiederholungen zulassen, jede Übung wird vier- bis sechsmal mit Pausen von 30 bis 60 Sekunden wiederholt.
Bessern sich die Beschwerden unter diesen Maßnahmen innerhalb von spätestens drei bis vier Wochen nicht, sollten Sie das Problem ärztlich abklären lassen. Wichtig ist das, bevor die Schulterschmerzen chronisch werden und gegebenenfalls ein Dauerschaden entsteht.