Knie-Arthrose richtig behandeln: Konservative Therapie der Knieschmerzen durch Arthrose

Veröffentlicht am:
21.10.2020
Dauer:
5:00
Bewegung hilft! Auch bei Knieschmerzen durch Arthrose sollte das Knie in Bewegung bleiben. Vor einer Operation am Knie sollte die Behandlung der Kniearthrose zunächst mit konservativen Maßnahmen beginnen. Welche Behandlungsmöglichkeiten neben Sport, Physiotherapie und Krankengymnastik im Rahmen der konservativen Behandlung der Kniearthrose helfen, erfahren Sie in diesem med.clip. Gelenkspezialist Dr. Stefan Preis von der KLINIK am RING – Köln stellt die verschiedenen Stufen der Arthrose-Behandlung am Kniegelenk vor und erklärt welche Maßnahmen helfen die Kniearthrose zu heilen und eine Zunahme der Arthrose zu verhindern.

Konservativ oder operativ: Wie wird Kniearthrose behandelt?

Bei Arthrose (Gelenkverschleiß) gibt es grundsätzlich zwei Behandlungsstrategien: die konservative Therapie und die operative. Die Behandlung der Kniegelenksarthrose sollte zunächst mit sanften konservativen Maßnahmen beginnen. Reicht das nicht aus, wird die Therapie stufenweise intensiviert. Eine Operation steht in aller Regel erst am Ende, wenn die konservative Therapie nicht hilft.

Warum brauchen auch verschlissene Kniegelenke Bewegung?

Auch verschlissene Gelenke brauchen Bewegung. Die Knie ständig ruhig zu halten und übermäßig zu schonen, ist genauso falsch, wie sie ständig zu überfordern. Dabei gilt: Runde, sanfte Bewegungen sind zu bevorzugen. Harte, ruckartige Bewegungen sind eher schädlich, Fußball ist deshalb nicht ideal.

Stufe 1: Regelmäßige Bewegung und Physiotherapie

Zur Stufe 1 der Arthrosebehandlung gehören regelmäßige Bewegung und Physiotherapie. Welche Bewegungen für die Kniegelenke gut sind, welche gemieden werden sollten und was das richtige Maß ist, besprechen Patienten am besten persönlich mit ihrem Arzt oder Physiotherapeuten. Ideal ist unter anderem Radfahren: schöne, runde Bewegungen, die sich sehr gut dosieren lassen.

Ein gezieltes Muskelaufbautraining ist eine zentrale Säule der Behandlung. Wichtig ist, dass die Kniegelenke von kräftiger Muskulatur umgeben sind, denn die Muskeln steuern die Bewegung und stabilisieren das Gelenk. Wenn ein verschlissenes Kniegelenk schmerzt, wird es zunehmend unbeweglicher, dadurch verkürzen sich zusätzlich die Muskeln. Hier hilft die manuelle Therapie, eine spezielle Form der Krankengymnastik, die Gelenke und Muskeln wieder geschmeidig machen soll.

Stufe 2: Medikamente gegen die Entzündung im Knie

In der Stufe 2 der Arthrose-Therapie werden zusätzlich Medikamente eingesetzt. Arthrose führt zu einer Entzündung des Gelenks, und die macht Schmerzen. Zudem schwillt das Kniegelenk häufig an. Medikamente können diese Entzündung hemmen, wirken aber je nach Darreichungsform sehr unterschiedlich:

  • Salben nützen nur wenig, weil die Entzündung von der Tiefe des Knies ausgeht und die Salbe dort nicht hinkommt.
  • Entzündungshemmende Tabletten wie Ibuprofen oder Diclofenac verteilen ihren Wirkstoff im ganzen Körper. Dort können sie zu erheblichen Nebenwirkungen führen, während im Gelenk nur wenig ankommt.
  • Eine entzündungshemmende Spritze direkt an das entzündete Kniegelenk hat eine hohe Wirkung vor Ort, also dort, wo sich Entzündung und Schmerz abspielen.

Wichtig: Eine solche Spritze muss unbedingt unter Beachtung der Hygienevorschriften und unter sterilen Bedingungen erfolgen. Unter diesen Voraussetzungen ist sie ausgesprochen risikoarm und nicht sonderlich schmerzhaft.

Wie kann Hyaluronsäure das Fortschreiten der Kniearthrose bremsen?

Hat sich das entzündete Kniegelenk beruhigt, geht es im nächsten Schritt darum, eine rasche Zunahme der Arthrose zu verhindern. Studien haben gezeigt, dass dies mit Hyaluronsäure möglich ist. Hyaluronsäure ist Bestandteil der Gelenkflüssigkeit und wirkt wie ein Schmiermittel. Vereinfacht gesprochen ist das vergleichbar mit dem Ölwechsel beim Auto: Man bekommt dadurch keinen Neuwagen, aber gut geschmiert läuft es besser.

Bei leichtem bis mäßig ausgeprägtem Gelenkverschleiß kann Hyaluronsäure dessen rasche Zunahme verhindern. Bei stark fortgeschrittener Arthrose ist die Wirksamkeit hingegen nur gering, schließlich hilft ein Ölwechsel auch nicht, wenn der Motor völlig kaputt ist.

Welche weiteren konservativen Möglichkeiten gibt es?

Eine Alternative zur Hyaluronsäure kann gegebenenfalls eine sogenannte ACP-Behandlung sein. ACP steht für autolog konditioniertes Plasma und zählt zu den Eigenblutbehandlungen. Ob sie eine sinnvolle Behandlungsmöglichkeit darstellt, sollten Patienten persönlich mit ihrem Kniespezialisten besprechen.

Das gilt auch für weitere Behandlungsmöglichkeiten wie Einlagen: Sie wirken wie ein Puffer und verteilen die Belastung im Kniegelenk gleichmäßiger. Darüber hinaus kann eine Bandage das Knie stützen, gerade in Phasen stärkerer Belastung.

Was tun, wenn die konservative Therapie nicht ausreicht?

Schmerzt das Kniegelenk trotz intensiver konservativer Therapie weiterhin häufig, empfiehlt Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, sich dringend über operative Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Dazu zählen arthroskopische Eingriffe und die unterschiedlichen Möglichkeiten, Gelenkflächen zu ersetzen, bis hin zum künstlichen Kniegelenk. Schließlich geht es um die ganz persönliche Lebensqualität.

Häufig gestellte Fragen zum Thema (FAQ)

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.

Häufige Fragen zur konservativen Therapie der Kniearthrose

Soll ich mein Knie bei Arthrose schonen?

Nein, auch verschlissene Gelenke brauchen Bewegung. Das Knie ständig ruhig zu halten und übermäßig zu schonen, ist genauso falsch, wie es ständig zu überfordern. Zu bevorzugen sind runde, sanfte Bewegungen, harte und ruckartige Bewegungen sind eher schädlich.

Welcher Sport ist bei Kniearthrose gut?

Ideal ist unter anderem Radfahren: schöne, runde Bewegungen, die sich sehr gut dosieren lassen. Fußball ist wegen der harten, ruckartigen Bewegungen nicht ideal. Welche Bewegung und welches Maß richtig sind, klären Sie am besten mit Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten.

Helfen Salben oder Tabletten gegen die Schmerzen?

Salben nützen nur wenig, weil die Entzündung von der Tiefe des Knies ausgeht. Entzündungshemmende Tabletten wie Ibuprofen oder Diclofenac verteilen sich im ganzen Körper und können erhebliche Nebenwirkungen haben, während im Gelenk nur wenig ankommt. Eine Spritze direkt an das Kniegelenk wirkt hingegen gezielt vor Ort.

Ist eine Spritze ins Kniegelenk riskant?

Unter Beachtung der Hygienevorschriften und unter sterilen Bedingungen ist eine solche Spritze ausgesprochen risikoarm und nicht sonderlich schmerzhaft. Wichtig ist, dass sie fachgerecht durchgeführt wird.

Was bringt Hyaluronsäure bei Kniearthrose?

Hyaluronsäure ist Bestandteil der Gelenkflüssigkeit und wirkt wie ein Schmiermittel. Bei leichtem bis mäßig ausgeprägtem Gelenkverschleiß kann sie dessen rasche Zunahme verhindern. Bei stark fortgeschrittener Arthrose ist die Wirksamkeit nur gering.

Wann sollte bei Kniearthrose operiert werden?

Eine Operation steht in aller Regel erst am Ende, wenn die konservative Therapie nicht hilft. Schmerzt das Knie trotz intensiver konservativer Behandlung weiterhin häufig, sollten Sie sich über operative Möglichkeiten informieren, von der Arthroskopie bis zum künstlichen Kniegelenk.

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