Wer nach Belastung, zum Beispiel nach dem Sport oder sogar im Alltag, immer wieder Knieschmerzen hat, sollte das checken lassen. Häufig steckt ein Knorpelschaden dahinter, also ein beginnender Gelenkverschleiß. Je früher das behandelt wird, desto eher lässt sich eine drohende Arthrose verhindern.
Ist der Knorpelbelag der Gelenke erst einmal verschlissen, gibt es keine Möglichkeit, dass er wieder so wird wie bei einem 16-Jährigen. Eine echte Heilung von Gelenkverschleiß, also von Arthrose, ist nicht möglich.
Umso wichtiger ist es, Knorpelschäden frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Nicht mit dem Ziel, dass der Schaden verschwindet, sondern mit dem Ziel, dass er nicht oder zumindest nicht so rasch zunimmt und am Ende eine schwere Arthrose steht. Wundermittel gibt es dafür nicht, dennoch lässt sich einiges tun.
Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, nennt Bewegung als wichtigsten Grundpfeiler der Behandlung und der Vorbeugung von Knorpelschäden und Arthrose. Ein Gelenk, das zu wenig Bewegung hat und übermäßig geschont wird, ist genauso anfällig wie eines, das ständig überfordert wird.
Grundsätzlich gut sind runde, sanfte Bewegungen. Gerade durch den immer wiederkehrenden Wechsel von sanftem Druck und nachfolgender Entlastung wird der Knorpel über die Gelenkflüssigkeit mit Nährstoffen versorgt. Es funktioniert wie ein Schwamm, der ausgepresst werden muss, damit er sich wieder vollsaugt.
Welche Bewegungen für Sie gut sind, welche Sie meiden sollten und was das richtige Maß ist, besprechen Sie am besten persönlich mit Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten.
Zur Physiotherapie zählt zum einen ein gezieltes Muskelaufbautraining. Es ist gut, wenn die Gelenke von kräftiger Muskulatur umgeben sind, denn die Muskeln steuern die Bewegungen und stabilisieren die Gelenke.
Ein weiterer wesentlicher Aspekt: Wenn Gelenke wehtun, werden sie immer steifer und unbeweglicher, und dadurch verkürzen sich zusätzlich die umgebenden Muskeln. Um aus diesem Kreislauf herauszukommen, hilft Krankengymnastik, indem Gelenke und Muskeln durch entsprechende Behandlungen wieder geschmeidig gemacht werden.
Ganz wichtig: Sie sollten im Rahmen der Physiotherapie Übungen erlernen, die Sie anschließend selbstständig durchführen. Wirksam ist das alles nur, wenn Sie es regelmäßig machen.
In der zweiten Stufe der Knorpeltherapie kommen zusätzlich Medikamente zum Einsatz, genauer gesagt biotechnologisch hergestellte Substanzen.
Zuvor ein Blick auf die vielen Wundermittel, die allerorts angepriesen werden. In aller Regel handelt es sich dabei um Nahrungsergänzungsmittel, also um Substanzen, die wir mit der Nahrung ohnehin zu uns nehmen. Ein Knorpelschaden entsteht keineswegs, weil es uns an entsprechenden Nährstoffen mangelt. Deshalb ist es auch unsinnig zu glauben, dass sich ein Knorpelschaden mit solchen Substanzen verhindern oder gar heilen lässt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen das. Geben Sie Ihr Geld deshalb nicht für Dinge aus, die eher in den Bereich von Scharlatanerie gehören.
Sinnvoll ist gegebenenfalls die Behandlung mit Hyaluronsäure. Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil unserer Gelenkflüssigkeit und wirkt wie ein Schmiermittel. Vereinfacht lässt sich das mit dem Ölwechsel beim Auto vergleichen: Sie bekommen dadurch zwar keinen Neuwagen, gut geschmiert läuft es aber besser.
Ein Wundermittel ist Hyaluronsäure sicherlich nicht, und ihre Wirksamkeit wird in einigen Untersuchungen angezweifelt. Andererseits belegen zahlreiche wissenschaftliche Studien die Wirksamkeit, insbesondere bei leichten bis mittelstarken Knorpelschäden.
Eine Alternative zur Hyaluronsäure ist die ACP-Behandlung. ACP steht für autologes konditioniertes Plasma und zählt zu den Eigenblutbehandlungen. Der Ablauf:
Ob eine Behandlung mit Hyaluronsäure oder mit ACP für Sie sinnvoll sein könnte, sollten Sie persönlich mit Ihrem Kniespezialisten besprechen.
Schmerzt das Knie trotz intensiver konservativer Therapie weiterhin häufig, sollten Sie sich über operative Behandlungsmöglichkeiten informieren. Es geht schließlich um Ihre ganz persönliche Lebensqualität.
Welche Maßnahmen für Sie infrage kommen, klären die Gelenkspezialisten der KLINIK am RING – Köln gern in einem persönlichen Beratungsgespräch.
Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.
Hinter Knieschmerzen nach Belastung steckt häufig ein Knorpelschaden, also ein beginnender Gelenkverschleiß. Je früher das behandelt wird, desto eher lässt sich eine drohende Arthrose verhindern.
Nein. Ist der Knorpelbelag erst einmal verschlissen, wird er nicht wieder wie in jungen Jahren. Ziel der Behandlung ist deshalb nicht, dass der Schaden verschwindet, sondern dass er nicht oder zumindest nicht so rasch zunimmt.
Grundsätzlich sind runde, sanfte Bewegungen gut. Durch den Wechsel von sanftem Druck und Entlastung wird der Knorpel über die Gelenkflüssigkeit mit Nährstoffen versorgt, ähnlich wie bei einem Schwamm. Zu wenig Bewegung ist dabei genauso ungünstig wie ständige Überforderung.
Ein Knorpelschaden entsteht nicht, weil es an Nährstoffen mangelt. Deshalb lässt sich ein Knorpelschaden mit solchen Substanzen weder verhindern noch heilen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen das. Geld für solche Mittel auszugeben, gehört eher in den Bereich von Scharlatanerie.
Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil der Gelenkflüssigkeit und wirkt wie ein Schmiermittel. Ihre Wirksamkeit wird in einigen Untersuchungen angezweifelt, zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen sie jedoch, insbesondere bei leichten bis mittelstarken Knorpelschäden.
ACP steht für autologes konditioniertes Plasma und zählt zu den Eigenbluttherapien. Es wird eine Ampulle Blut abgenommen, daraus werden körpereigene Substanzen extrahiert, die Entzündungsreaktionen hemmen und natürliche Heilungsprozesse fördern. Dieses konzentrierte Plasma wird direkt in das betroffene Gelenk gespritzt.