Knieschmerzen durch Morbus Ahlbäck? Achtung vor absterbendem Knochen! | Osteonekrose

Veröffentlicht am:
18.09.2025
Dauer:
6:01
Morbus Ahlbäck: Knochen-Sterben durch Durchblutungsstörung. Darum sollten Sie die Durchblutungsstörung im Knochen nicht ignorieren! Erfahren Sie, was Morbus Ahlbäck ist und was Sie selbst zur Behandlung der Ahlbäck-Krankheit tun können. Orthopäde Dr. Stefan Preis von der KLINIK am RING - Köln erklärt, wie es zur Osteonekrose (Knochen-Sterben) im Kniegelenk kommt und weshalb es so wichtig ist, die Durchblutungsstörung im Knochen rechtzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln. Hier erhalten Sie wertvolle Tipps, was Sie selbst gegen die Knochennekrose tun können, welche Medikamente die Therapie unterstützen können und in welchen Fällen eine Operation erforderlich ist, um Knorpel und Knochen zu heilen, bevor ein künstliches Kniegelenk erforderlich wird.

Was ist Morbus Ahlbäck?

Morbus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Erkrankung. Benannt wurde das Krankheitsbild nach einem schwedischen Radiologen namens Ahlbäck. Er entdeckte, dass Knieschmerzen bei Erwachsenen auf einer lokalen Durchblutungsstörung des Knochens beruhen können, also auf einer eng begrenzten Mangelversorgung mit Blut.

Auch wenn die Schmerzen ausgesprochen lästig sind: Wirklich kritisch ist etwas anderes. Wird der Knochen dauerhaft schlecht mit Blut versorgt, bekommt er nicht genügend Nährstoffe und vor allem nicht genügend Sauerstoff. Die Folge ist, dass der Knochen abstirbt. Mediziner nennen das Osteonekrose, was so viel bedeutet wie Knochentod.

Betroffen ist dabei fast immer der Oberschenkelknochen auf der Knieinnenseite. Sehr gut erkennen lässt sich das in einer MRT-Untersuchung (Magnetresonanztomographie). Wird das Problem nicht rechtzeitig erkannt und gezielt behandelt, kann sich recht rasch eine schwere Arthrose (Gelenkverschleiß) bilden.

Wodurch entsteht ein Morbus Ahlbäck?

Was letztendlich für die Entstehung des Morbus Ahlbäck verantwortlich ist, weiß man nicht genau. Einfluss haben aber offensichtlich andere Erkrankungen und Belastungen:

  • Arteriosklerose, also Gefäßverkalkungen
  • Störungen des Fettstoffwechsels
  • Gicht
  • Diabetes
  • die längere Einnahme von Kortison
  • Schäden am Meniskus
  • O-Beine

Was können Sie bei Morbus Ahlbäck selbst tun?

Gerade zu Anfang ist es wichtig, dass das Knie nicht allzu sehr belastet, aber dennoch bewegt wird. Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, nennt dafür mehrere Maßnahmen:

  1. Gehstöcke: Auch wenn es lästig ist: Für etwa vier bis sechs Wochen sollten Sie Gehstöcke benutzen.
  2. Einlagen: Hilfreich sind Einlagen mit einer Erhöhung des Außenrandes. Sie bringen das Knie in eine leichte X-Position und entlasten so die kritische Innenseite.
  3. Orthese: Eine spezielle Knieschiene drückt das Kniegelenk ebenfalls in eine leichte X-Position.
  4. Lymphdrainage und Physiotherapie: Beides reduziert die schmerzhafte Schwellung des Kniegelenks und hält die Muskulatur trotz Schonung in Form.

Wie lässt sich die Durchblutung im Knie anregen?

Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Behandlung ist es, die lokale Durchblutung im Kniegelenk wieder vermehrt anzuregen. Dafür stehen mehrere Wege zur Verfügung:

  1. Sanfte Bewegung: Bewegungen, die das Kniegelenk nicht stressen, wirken gut, zum Beispiel ganz leichtes Pedalieren auf dem Heimtrainer.
  2. Eis-Lolli-Behandlung: Diese Anwendung ist recht simpel und dennoch sehr effektiv.
  3. Stoßwellen: Hochenergetische Wellen werden auf das Kniegelenk geleitet und führen zu einer Gewebsaktivierung. So lässt sich die Durchblutung auch in der Tiefe des Knochens anregen.
  4. Aspirin: Medikamentös kann die Einnahme von Aspirin (Acetylsalicylsäure) die Heilung unterstützen. Aspirin verdünnt das Blut und sorgt damit für eine bessere Blutversorgung im kritischen Bereich.

Wann ist eine Operation notwendig?

Kommt es unter diesen konservativen, also nicht operativen Maßnahmen zu keiner Besserung, muss gegebenenfalls operiert werden. Welches Verfahren infrage kommt, hängt vom Krankheitsstadium ab:

  1. Healing Response: In einem recht frühen Krankheitsstadium, wenn Knorpel und Knochen noch nicht allzu stark zerstört sind, lässt sich durch gezielte Verletzungen des kritischen Bereiches ein verstärkter Heilungsprozess anregen, beispielsweise durch gezieltes Anbohren.
  2. Umstellungsosteotomie: Bei diesem Eingriff wird die Beinachse korrigiert, um den kritischen Bereich dauerhaft zu entlasten.
  3. Künstliches Kniegelenk: Sind die Gelenkflächen deutlich geschädigt und hat sich bereits eine Arthrose entwickelt, ist eine Gelenkersatzoperation notwendig.

Warum ist eine frühzeitige Abklärung wichtig?

Besteht bei Knieschmerzen der Verdacht auf einen Morbus Ahlbäck, sollte das frühzeitig genauestens geprüft und konsequent behandelt werden. Denn eine drohende Operation will man möglichst vermeiden.

Ob ein Morbus Ahlbäck vorliegt und welche Behandlung im Einzelfall sinnvoll ist, klären die Gelenkspezialisten der KLINIK am RING – Köln gern in einem persönlichen Beratungsgespräch.

Häufig gestellte Fragen zum Thema (FAQ)

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.

Häufige Fragen zu Morbus Ahlbäck

Was ist Morbus Ahlbäck?

Morbus Ahlbäck ist eine lokale Durchblutungsstörung des Knochens im Kniegelenk, also eine eng begrenzte Mangelversorgung mit Blut. Bekommt der Knochen dauerhaft zu wenig Nährstoffe und Sauerstoff, stirbt er ab. Mediziner sprechen dann von einer Osteonekrose, also einem Knochentod.

Wo im Knie tritt Morbus Ahlbäck auf und wie wird er festgestellt?

Betroffen ist fast immer der Oberschenkelknochen auf der Knieinnenseite. Sehr gut sichtbar wird die Veränderung in einer MRT-Untersuchung.

Welche Faktoren begünstigen einen Morbus Ahlbäck?

Was letztlich zur Entstehung führt, ist nicht genau geklärt. Einfluss haben offensichtlich Arteriosklerose, Störungen des Fettstoffwechsels, Gicht und Diabetes. Auch die längere Einnahme von Kortison, Schäden am Meniskus und O-Beine spielen eine Rolle.

Was können Betroffene selbst tun?

Wichtig ist, das Knie nicht allzu sehr zu belasten, es aber dennoch zu bewegen. Dabei helfen Gehstöcke für vier bis sechs Wochen, Einlagen mit erhöhtem Außenrand, eine Orthese sowie Lymphdrainage und Physiotherapie. Zusätzlich lässt sich die Durchblutung durch leichtes Pedalieren auf dem Heimtrainer, die Eis-Lolli-Behandlung und Stoßwellen anregen.

Wann muss bei Morbus Ahlbäck operiert werden?

Eine Operation kommt infrage, wenn die konservativen Maßnahmen keine Besserung bringen. In einem frühen Stadium kann gezieltes Anbohren den Heilungsprozess anregen, alternativ korrigiert eine Umstellungsosteotomie die Beinachse. Ist bereits eine Arthrose entstanden, wird ein künstliches Kniegelenk notwendig.

Warum ist eine frühzeitige Behandlung so wichtig?

Wird die Durchblutungsstörung nicht rechtzeitig erkannt und gezielt behandelt, kann sich recht rasch eine schwere Arthrose entwickeln. Bei Verdacht auf einen Morbus Ahlbäck sollten Knieschmerzen deshalb frühzeitig genauestens abgeklärt und konsequent behandelt werden.

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