O-Beine: Was tun? | Wissenswertes zur Fehlstellung der Beinachsen

Veröffentlicht am:
04.05.2023
Dauer:
4:54
O-Beine sind eine häufige Ursache für Arthrose im Kniegelenk. Doch was kann man gegen die Fehlstellung der Beine tun? Orthopäde Dr. Stefan Preis von der KLINIK am RING – Köln erklärt wie O-Beine das Risiko für Meniskusrisse und Knorpelschäden deutlich erhöhen und was Sie gegen die Fehlstellung der Beinachsen tun können, um Arthrose zu verhindern. Hier erfahren Sie welche Möglichkeiten es gibt O-Beine zu korrigieren und wie die auf das Knie wirkenden Kräfte durch die Umstellungsosteotomie gleichmäßig auf die gesamte Knorpelfläche verteilt werden können.

Was ist die Beinachse?

Viele denken bei O-Beinen unwillkürlich an typische Fußballerbeine. Doch weder führt Fußballspielen zu O-Beinen, noch braucht man solche markant nach außen gekrümmten Knie, um ein guter Spieler zu werden.

Wenn es um die Form der Beine geht, also darum, ob sie gerade sind oder krumm, sprechen Mediziner von der Beinachse. Neben der idealen, äußerlich geraden Beinachse gibt es mehr oder minder starke Abweichungen: das O-Bein und die Abweichung in die andere Richtung, das sogenannte X-Bein.

Interessant dabei: Als Säuglinge hatten fast alle Menschen recht deutliche O-Beine. Diese entwickeln sich im Laufe der Kindheit in aller Regel zu mehr oder minder stark ausgeprägten X-Beinen. Bis zum Abschluss des Wachstums bilden sich die X-Beine normalerweise wieder zurück, sodass die meisten Erwachsenen eine gerade Beinachse haben. Genau genommen ist diese als gerade empfundene Achse allerdings nicht ganz gerade: Idealerweise hat das Knie ein ganz leichtes X von circa 9 Grad. Dadurch wird beim Stehen, Gehen und bei sonstigen Aktivitäten der Druck im Kniegelenk möglichst gleichmäßig auf die Gelenkflächen verteilt.

Warum führen O-Beine zu Arthrose?

Beim O-Bein kommt es zu einer deutlich verstärkten Belastung auf der Innenseite des Kniegelenks. Das Resultat ist ein deutlich erhöhtes Risiko für einen Verschleiß des Meniskus, vor allem aber für einen Knorpelschaden. Beides mündet langfristig in eine Arthrose (Gelenkverschleiß), und die gilt es zu verhindern.

Was können Sie bei O-Beinen selbst tun?

Zum einen sind Sie selbst gefordert: Es geht darum, eine gute, vor allem aber eine ausgewogene Muskulatur aufzubauen. Welche Übungen dafür geeignet sind und was Sie dabei beachten müssen, besprechen Sie am besten persönlich mit Ihrem Physiotherapeuten.

Auch die Frage nach Sport steht im Raum. Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, gibt Entwarnung: Auch mit O-Beinen können und sollen Sie sich und Ihre Knie belasten und entsprechend gern Sport treiben. Meiden sollten Sie lediglich ein ständiges Überlasten der Knie. Die Grenzen sind dabei allerdings fließend.

Wie lassen sich O-Beine korrigieren?

Schuheinlagen bei O-Beinen

Die einfachere Möglichkeit sind spezielle Schuheinlagen, die die erhöhte Druckbelastung auf der Innenseite des Knies reduzieren. Der Orthopädiemechaniker fertigt dafür individuelle Einlagen an, die auf der Außenseite um circa 3 bis 4 Millimeter erhöht sind. Dadurch wird das Knie tendenziell in Richtung X-Stellung gebracht, und die Druckkräfte im Kniegelenk verlagern sich mehr zur Außenseite hin.

Umstellungsosteotomie

Eine erheblich aufwendigere, aber auch deutlich effizientere Methode ist die sogenannte Umstellungsosteotomie. Osteotomie bedeutet, dass die Kniespezialisten den Knochen durchtrennen, beim O-Bein in aller Regel den Unterschenkelknochen unterhalb des Schienbeinkopfes, und ihn dann um einen zuvor exakt berechneten Winkel aufklappen. Anschließend wird der Knochen ähnlich wie bei einem Bruch mit einer Platte und Schrauben fixiert.

Dadurch wird die ungünstige O-Beinstellung dauerhaft korrigiert, und die auf das Knie wirkende Last verteilt sich gleichmäßig auf die gesamte Knorpelfläche.

Ob Einlagen ausreichen oder eine Achskorrektur sinnvoll ist, lässt sich nur individuell beurteilen. Die Gelenkspezialisten der KLINIK am RING – Köln beraten Sie dazu gern persönlich.

Häufig gestellte Fragen zum Thema (FAQ)

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.

Häufige Fragen zu O-Beinen

Bekommt man von Fußball O-Beine?

Nein. Weder führt Fußballspielen zu O-Beinen, noch braucht man nach außen gekrümmte Knie, um ein guter Spieler zu werden. Die Form der Beinachse hat andere Ursachen.

Wie sieht eine ideale Beinachse aus?

Die als gerade empfundene Beinachse ist genau genommen nicht ganz gerade. Idealerweise hat das Knie ein ganz leichtes X von circa 9 Grad. Dadurch verteilt sich der Druck im Kniegelenk beim Stehen, Gehen und bei anderen Aktivitäten möglichst gleichmäßig auf die Gelenkflächen.

Warum sind O-Beine ein Risiko für das Kniegelenk?

Beim O-Bein kommt es zu einer deutlich verstärkten Belastung auf der Innenseite des Kniegelenks. Daraus entsteht ein deutlich erhöhtes Risiko für einen Verschleiß des Meniskus und vor allem für einen Knorpelschaden. Beides mündet langfristig in eine Arthrose.

Darf man mit O-Beinen Sport machen?

Ja. Auch mit O-Beinen können und sollen Sie sich und Ihre Knie belasten und entsprechend Sport treiben. Vermeiden sollten Sie lediglich ein ständiges Überlasten der Knie, wobei die Grenzen fließend sind. Wichtig ist zudem der Aufbau einer ausgewogenen Muskulatur.

Helfen Einlagen bei O-Beinen?

Spezielle Schuheinlagen können die erhöhte Druckbelastung auf der Knieinnenseite reduzieren. Der Orthopädiemechaniker fertigt sie individuell an, auf der Außenseite um circa 3 bis 4 Millimeter erhöht. So wird das Knie tendenziell in Richtung X-Stellung gebracht und die Druckkräfte verlagern sich zur Außenseite.

Was passiert bei einer Umstellungsosteotomie?

Der Knochen wird durchtrennt, beim O-Bein in der Regel der Unterschenkelknochen unterhalb des Schienbeinkopfes, und um einen zuvor exakt berechneten Winkel aufgeklappt. Anschließend wird er ähnlich wie bei einem Bruch mit Platte und Schrauben fixiert. Dadurch verteilt sich die Last gleichmäßig auf die gesamte Knorpelfläche.

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