O-Beine führen zwangsläufig zu einer verstärkten Belastung auf der Innenseite der Kniegelenke. Die Folge ist ein deutlich erhöhtes Risiko für einen Meniskusriss und einen frühzeitigen Knorpelschaden. Beides mündet langfristig in der gefürchteten Arthrose (Gelenkverschleiß), und die gilt es zu verhindern.
Andererseits führt eine Arthrose auf der Innenseite des Kniegelenks auch zu einer zunehmenden O-Beinstellung: Ist der Knorpel innenseitig abgerieben, verändert das die Beinachse in Richtung O-Bein. Ein Teufelskreis.
Egal ob jemand schon immer O-Beine hatte oder ob sich das O-Bein durch einseitigen Verschleiß im Laufe der Zeit entwickelt beziehungsweise verstärkt hat: Eine sogenannte Umstellungsosteotomie kann helfen, das Problem anzugehen.
Bei einer aus orthopädischer Sicht idealen Beinachse geht die Belastungslinie vom Zentrum des Hüftgelenks zur Mitte des Sprunggelenks und verläuft dabei genau durch die Mitte des Kniegelenks. Beim O-Bein ist diese Linie deutlich zur Innenseite hin verschoben. Das führt zu einer chronischen Überlastung des innen liegenden Gelenkanteils, und diese Fehlbelastung gilt es zu korrigieren. Der Eingriff erfolgt in drei Schritten:
Mit der Umstellungsosteotomie wird also die ungünstige Beinachse korrigiert, damit sich die auf das Knie wirkende Last nachfolgend gleichmäßig auf die gesamte Knorpelfläche verteilt. Falls erforderlich, werden vorhandene Schäden am Meniskus und am Knorpel minimalinvasiv, also arthroskopisch, gleichzeitig mitbehandelt.
Ob eine Umstellungsosteotomie im Einzelfall sinnvoll ist, lässt sich seriös nur nach genauer Kenntnis des Patienten und seines Kniegelenks beantworten. Erwogen werden sollte sie, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:
Auch das Alter ist entscheidend: Bei jüngeren Menschen ist eine Umstellung viel eher empfohlen als bei reiferen Patienten, also bei Menschen, die älter als etwa 60 Jahre sind. Und ganz wichtig: Bei einer bereits fortgeschrittenen Arthrose ist ein solcher Eingriff nicht mehr zu empfehlen. Wenn eine Umstellungsosteotomie durchgeführt wird, dann muss sie also rechtzeitig erfolgen.
Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, beschreibt den Ablauf so:
Alles in allem ist eine Umstellungsosteotomie eine komplexe Sache. In vielen Fällen ist sie aber eine sehr sinnvolle und lohnende Operation und häufig die einzige Option, ein ansonsten drohendes künstliches Kniegelenk zu vermeiden beziehungsweise um etliche Jahre hinauszuschieben.
Ob der Eingriff für Sie persönlich infrage kommt, klären die Gelenkspezialisten der KLINIK am RING – Köln gern in einem persönlichen Beratungsgespräch.
Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.
Bei diesem Eingriff wird der Knochen unterhalb des Schienbeinkopfes vorsichtig durchtrennt und um einen zuvor genau berechneten Winkel aufgeklappt. Anschließend wird er ähnlich wie bei einem Bruch mit einer Platte und Schrauben stabilisiert. So wird die ungünstige Beinachse korrigiert und die Last verteilt sich gleichmäßig auf die gesamte Knorpelfläche.
Erwogen werden sollte sie, wenn O-Beine mit mehr oder minder chronischen Schmerzen auf der Knieinnenseite bestehen, sich die Beschwerden trotz konservativer Behandlung nicht bessern und sich bereits ein beginnender Verschleiß auf der Innenseite des Kniegelenks zeigt. Bei bereits fortgeschrittener Arthrose ist der Eingriff nicht mehr zu empfehlen.
Das Alter ist ein entscheidendes Kriterium. Bei jüngeren Menschen ist eine Umstellung viel eher empfohlen als bei reiferen Patienten, also bei Menschen über etwa 60 Jahren. Wenn eine Umstellungsosteotomie erfolgt, dann muss sie rechtzeitig durchgeführt werden.
Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose und dauert circa eine gute Stunde. Anschließend bleiben Patientinnen und Patienten insgesamt etwa vier bis fünf Tage in der Klinik.
Die ersten Tage sind etwas unangenehm, starke Schmerzen sind aber nicht zu erwarten. Dafür sorgen die moderne OP-Technik und Begleitmaßnahmen wie ein kleiner Katheter an den Nerven des operierten Beines, Kühlung, abschwellende Medikamente und eine frühzeitige sanfte Physiotherapie.
Nach dem Klinikaufenthalt gehen Sie noch fünf bis sechs Wochen an Gehstöcken und sollten regelmäßig Physiotherapie machen, ergänzt durch selbstständige Übungen. Platte und Schrauben werden nach etwa 12 bis 18 Monaten wieder entfernt.