Die Diagnose Kniearthrose (Gonarthrose) bedeutet nicht, dass es ab jetzt nur noch bergab geht, dass man ständig mit Schmerzen leben muss und die Lebensqualität immer schlechter wird. Es gibt zwar keine Wundermittel, und eine Arthrose lässt sich nicht heilen. Es gibt aber einiges, das Betroffene für ihre Lebensqualität selbst tun können, um auch langfristig ohne viel Schmerzen aktiv und mobil zu bleiben.
Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, empfiehlt zur Selbstbehandlung der Kniearthrose sechs wesentliche Aspekte.
Gelenke tun häufig weh, weil sie entzündet sind. Manchmal werden sie dann sogar dick und schwellen an. Die einfachste entzündungshemmende Maßnahme ist das Herunterfahren der Belastung: Schonen Sie das Knie für einige Zeit und pausieren Sie zum Beispiel mit dem Sport.
Entzündungshemmend wirken außerdem kühlende Gele, Retterspitzumschläge, Quarkpackungen oder Cold Packs, die auf das Knie gelegt werden. Bei stärkeren Gelenkschmerzen können gegebenenfalls über wenige Tage entzündungshemmende Tabletten eingenommen werden, zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac. Vor der Einnahme sollten Sie das allerdings mit Ihrem Arzt besprechen. Längerfristig oder gar regelmäßig sollten solche Medikamente nicht eingenommen werden.
Ist die akute Entzündung abgeklungen, ist es mit der Schonung vorbei. Gelenke leben von Bewegung: Sie ist zum einen für die Ernährung des Knorpels wichtig, auch wenn dieser bei einer Arthrose verschlissen ist. Zum anderen ist Bewegung entscheidend, um die Muskeln, die das Knie stabilisieren, in Form zu halten.
Vor allem runde, sanfte Bewegungen tun den Kniegelenken gut:
Probieren Sie am besten selbst aus, was zu Ihnen passt und welche Art der Bewegung sich für Sie gut anfühlt. Übertreiben Sie es anfangs nicht, sondern tasten Sie sich heran. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase sollte das persönliche Bewegungstraining möglichst regelmäßig durchgeführt werden.
Rund um ein schmerzhaftes Gelenk entstehen fast immer muskuläre Verkürzungen und Verspannungen. Daraus entsteht oft ein Teufelskreis aus Schmerz und muskulärer Verspannung. Zusätzlich führen Verkürzungen und Verspannungen zu einem erhöhten Anpressdruck der Gelenkflächen und damit zu einer vermehrten Belastung der Gelenke. Das verstärkt zum einen die Schmerzen, zum anderen beschleunigt es das Voranschreiten der Arthrose.
Die Muskulatur durch regelmäßiges Dehnen zu lockern und geschmeidig zu machen, ist relativ einfach und meist hocheffizient. Viele Patientinnen und Patienten berichten, wie sehr ihnen das bei der Schmerzlinderung geholfen hat.
Diese Variante eignet sich für alle, die im Oberschenkel noch nicht so gut gedehnt sind.
Etwas anspruchsvoller ist die Dehnung im Stehen.
Muskeln führen und stabilisieren unsere Gelenke. Je besser sie das können, desto weniger werden verschlissene Gelenke im Alltag gestresst. Die Beschwerden lassen nach, und auch dadurch reduziert sich das Voranschreiten der Arthrose. Trainieren Sie deshalb regelmäßig, aber dosiert Ihre Beinmuskulatur. Eigenständiges Training ist ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zu einem schmerzfreien Kniegelenk.
Eine Gewichtsreduktion ist leichter gesagt als getan, denn häufig steckt man auch hier in einem Teufelskreis aus Bewegungsarmut und Gewichtszunahme. Wer entschlossen ist, etwas am Gewicht zu ändern, geht damit jedoch einen ganz wichtigen Schritt. Dr. Preis gibt dazu drei Hinweise:
Die meisten Menschen haben ein Gefühl dafür, welche Art von Belastung ihnen guttut und ab welcher Intensität es zu viel wird. Ebenso weiß im Grunde jeder, dass Passivität langfristig träge macht und keinesfalls gut ist. Seien Sie also aktiv und spüren Sie selbst, was sich für Sie gut anfühlt und welche Intensität Ihnen persönlich guttut. Finden Sie Ihren ganz persönlichen Korridor.
Wechseln Sie dabei gern auch einmal die Aktivitäten: aufs Rad gehen, zum Aquajogging, im Fitnessstudio auf den Crosstrainer oder zwischendurch einfach einen Spaziergang machen. Regelmäßige Bewegung trägt vor allem dazu bei, trotz Arthrose fit zu bleiben und länger mit dem Kniegelenk gut zurechtzukommen.
Bekommen Sie die Arthrose so nicht selbst in den Griff und schmerzt das Knie immer wieder, vereinbaren Sie gern einen Termin bei den Gelenkspezialisten der KLINIK am RING – Köln.
Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.
Eine Arthrose lässt sich nicht heilen, und Wundermittel gibt es nicht. Betroffene können für ihre Lebensqualität aber selbst einiges tun, um langfristig ohne viel Schmerzen aktiv und mobil zu bleiben. Empfohlen werden sechs Aspekte: Entzündung reduzieren, Bewegung, Dehnen, Muskelaufbau, Gewichtsreduktion und auf den eigenen Körper hören.
Die einfachste entzündungshemmende Maßnahme ist, die Belastung herunterzufahren und das Knie für einige Zeit zu schonen. Zusätzlich helfen kühlende Gele, Retterspitzumschläge, Quarkpackungen oder Cold Packs. Bei stärkeren Schmerzen kommen über wenige Tage entzündungshemmende Tabletten infrage, das sollte vorher mit dem Arzt besprochen werden.
Vor allem runde, sanfte Bewegungen tun den Kniegelenken gut, zum Beispiel Radfahren, Spaziergänge, Wassergymnastik oder Nordic Walking. Wichtig ist, es anfangs nicht zu übertreiben, sich heranzutasten und das Training danach möglichst regelmäßig durchzuführen.
Rund um ein schmerzhaftes Gelenk entstehen fast immer muskuläre Verkürzungen und Verspannungen. Diese erhöhen den Anpressdruck der Gelenkflächen, verstärken die Schmerzen und beschleunigen das Voranschreiten der Arthrose. Regelmäßiges Dehnen lockert die Muskulatur und wirkt bei vielen Patienten schmerzlindernd.
Die Dehnpositionen werden jeweils etwa 30 Sekunden gehalten, danach folgen eine kurze Pause und drei bis vier Wiederholungen. Bei den Kräftigungsübungen werden vier bis fünf Wiederholungen empfohlen, die statische Kniebeuge wird 30 bis 60 Sekunden im Wechsel gehalten.
Eine Gewichtsreduktion ist ein wichtiger Schritt. Sinnvoll ist, Ernährung und Bewegungsgewohnheiten gleichzeitig zu verändern, sich dabei professionell unterstützen zu lassen, sich Zeit zu nehmen und ein Training zu wählen, das ohne allzu hohe Intensität regelmäßig durchgehalten werden kann.