Kniegelenkverschleiß, Knorpelschaden, beginnende Arthrose (Gelenkverschleiß): Für sehr aktive Menschen und für Sportlerinnen und Sportler sind das häufig Schreckensdiagnosen. Das ist durchaus verständlich, denn Sport ist für viele ein wichtiger Teil der Lebensqualität. Es geht dabei nicht nur um Fitness. Sport ist oft ein Lebensgefühl: Man trifft Freunde, schaltet ab und hat gerade danach meist ein richtig gutes Gefühl.
Auch trotz Verschleiß ist Sport nicht nur möglich, sondern sogar empfohlen. Schmerzt das Knie jedoch oder schwillt es an, sollte das Problem zunächst professionell untersucht und behandelt werden.
Nichts tun und möglichst viel Ruhe halten, um das Knie zu schonen, ist der völlig verkehrte Ansatz. Gelenke brauchen Bewegung, auch wenn sie bereits einen gewissen Verschleiß haben. Dafür sprechen zwei Gründe:
Andererseits kann durch zu viel Aktivität oder durch falsche Belastung eine Reizung im Gelenk entstehen. Und die beschleunigt letztlich den Verschleiß.
Sport muss in gewisser Weise anstrengend sein, sonst hat er keinen Trainingseffekt. Leichte, vorübergehende Schmerzen beim Sport oder danach sind deshalb nicht ungewöhnlich und völlig in Ordnung. Stärkere oder länger andauernde Schmerzen sind dagegen ein Zeichen für zu intensiven Sport und sollten unbedingt vermieden werden. Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, nennt drei klare Anzeichen für eine sportliche Überlastung:
Sportliche Belastung ja, Überbelastung nein: Die Konsequenz muss lauten, entweder die Intensität herunterzufahren oder, auch wenn es schwerfällt, die Sportart zu wechseln. Gerade für Bewegungstypen ist es sinnvoller, auf das zu verzichten, was dem Knie offensichtlich nicht guttut, und sich eine Alternative zu suchen, die ebenfalls Spaß macht.
In der Sportmedizin unterscheidet man zwischen High-Impact-Sportarten, also Sportarten mit intensiver Gelenkbelastung, und Low-Impact-Sportarten mit nur geringer Gelenkbelastung:
Dass Low-Impact-Sport bei Kniegelenkverschleiß besser ist als High Impact, liegt auf der Hand.
Wer mit dem geliebten Fußball oder Tennis nicht mehr zurechtkommt, sollte nicht gänzlich mit Sport aufhören, sondern sich rechtzeitig eine Alternative suchen, und zwar bevor aus dem leichten Verschleiß eine starke Arthrose wird. Diese Alternative sollte eher eine Low-Impact-Sportart sein.
Denn die Gelenkbelastung beim Laufen und Joggen ist relativ hoch: Bei der Landung wirkt bis zum Vierfachen des Körpergewichts auf das Knie. Bei einem 80 Kilogramm schweren Mann sind das 320 Kilogramm, und das bei jedem Schritt.
Wichtig ist, nicht in Schwarz-Weiß-Kategorien zu denken. Probieren Sie am besten aus, was Ihnen Spaß macht, was sich für Sie gut anfühlt und welche Intensität Ihnen persönlich guttut. Grundsätzlich gilt außerdem: Wechseln Sie häufiger Ihre Aktivitäten, gehen Sie zum Beispiel mal aufs Rad, laufen Sie hin und wieder eine kleine Runde locker und gehen Sie dann wieder ins Fitnessstudio. Durch solch einen Wechsel verringern Sie das Risiko einer Überlastung durch immer wiederkehrende identische Bewegungsabläufe.
Für Bewegung insgesamt, gerade aber beim Sport, hat die Muskulatur eine ganz zentrale Bedeutung. Bei Gelenkverschleiß gilt das umso mehr. Ein regelmäßiges, gezieltes Krafttraining sollte deshalb unbedingt zum Sportprogramm dazugehören.
Machen Sie dabei aber nicht irgendwelche Übungen, denn beim Krafttraining kann man einiges falsch machen. Lassen Sie sich am besten von einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten Ihres Vertrauens Übungen zeigen, die für Ihr spezielles Knieproblem ideal sind. Neben einem persönlichen Plan für das Krafttraining gehören auch entsprechende Dehnungsübungen dazu, denn die Muskulatur soll nicht nur kräftig und stark sein, sondern auch die ideale Grundspannung haben.
Welche sportliche Belastung im Einzelfall sinnvoll ist, klären die Gelenkspezialisten der KLINIK am RING – Köln gern in einem persönlichen Beratungsgespräch.
Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.
Ja. Auch trotz Verschleiß ist Sport nicht nur möglich, sondern sogar empfohlen. Gelenke brauchen Bewegung: Sie ist wichtig für die Ernährung des Knorpels, und Sport stärkt die Beinmuskulatur, die das Knie stabilisiert und steuert.
Nein. Nichts tun und möglichst viel Ruhe halten, um das Knie zu schonen, ist der völlig verkehrte Ansatz. Zu viel Aktivität oder falsche Belastung kann allerdings eine Reizung im Gelenk auslösen, und die beschleunigt den Verschleiß.
Klare Anzeichen sind Schmerzen, die auf einer Skala von 0 bis 10 stärker als 3 sind, Schmerzen, die länger als ein bis zwei Tage nach dem Training anhalten, sowie geschwollene Gelenke am Tag danach. Leichte, vorübergehende Schmerzen beim Sport sind dagegen normal.
Günstig sind Low-Impact-Sportarten mit runden, sanften Bewegungen wie Radfahren, Schwimmen oder Yoga. High-Impact-Sportarten wie Fußball, Volleyball und alles, bei dem gesprungen wird, belasten das Gelenk dagegen intensiv.
Für Ballsportler kann Golf passen, weil es abwechslungsreich ist, weiterhin mit Ball gespielt wird und eine gewisse Wettkampfsituation bestehen bleibt. Für Läufer bietet sich sportliches Radfahren auf Rennrad oder Mountainbike an, da es runde, zyklische Bewegungen sind.
Ja, ein regelmäßiges und gezieltes Krafttraining sollte unbedingt Teil des Sportprogramms sein. Wichtig ist, sich die passenden Übungen von einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten zeigen zu lassen, ergänzt um Dehnungsübungen für die ideale Grundspannung.