Schmerzt der Ellenbogen beim Händegeben oder schon beim Einschenken einer Tasse Kaffee, steckt häufig ein Tennisarm, auch Mausarm genannt, dahinter. Verantwortlich ist eine Reizung der Sehnen der Unterarmmuskulatur. Eine solche Reizung kann chronisch werden. Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, rät deshalb, die Beschwerden nicht zu ignorieren, sondern rechtzeitig behandeln zu lassen. Die Behandlung sollte stufenweise erfolgen:
In der ersten Behandlungsstufe geht es primär um die Dinge, die Sie selbst tun können, um die Beschwerden loszuwerden: Schonung, Dehnung und Aktivierung des Stoffwechsels. Führen diese Eigenmaßnahmen nicht spätestens innerhalb von drei bis vier Wochen zu einer durchgreifenden Besserung, sollte die zweite Behandlungsstufe beginnen.
In Stufe 2 wird der Tennisarm zusätzlich physiotherapeutisch behandelt. Dazu zählen sogenannte Querfriktionen: eine spezielle Form der Massage, die die Durchblutung in der Tiefe des Gewebes verbessert und Verklebungen der Faszien löst. Darüber hinaus regulieren Krankengymnastik und manuelle Therapie die Spannung der Muskeln und verbessern deren Zusammenspiel. Gegebenenfalls muss parallel eine verspannte Halsnackenmuskulatur mitbehandelt werden.
Eine weitere Behandlungsoption ist die sogenannte Ellenbogenspange. Die Idee dahinter: Durch sanften Druck soll der gestörte Tonus der Unterarmmuskulatur reguliert werden. Eine solche Spange sollten Sie über mehrere Stunden täglich tragen, insbesondere wenn Sie den Arm belasten. Die Erfahrungen mit solchen Spangen sind recht unterschiedlich: Eine ganze Reihe von Patienten spricht sehr gut darauf an, andere profitieren nicht. Dr. Preis hält einen Versuch für sinnvoll, schließlich ist die Spange völlig nebenwirkungsfrei.
Recht erfolgreich bei der Behandlung des Tennisarms ist die sogenannte Stoßwellentherapie, das zeigen zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen. Hierbei werden hochenergetische Wellen auf den gereizten Sehnenansatz geleitet. Die Wellen führen zu einer Aktivierung des Stoffwechsels und fördern so die Heilung.
Medikamente sind immer dann erforderlich, wenn sich die Beschwerden unter Eigenbehandlung und Physiotherapie nicht bessern. Eine Sehnenansatzreizung ist ein lokales Problem, das auch lokal behandelt werden sollte. Tabletten, deren Wirkstoff sich im ganzen Körper verteilt, sind wenig sinnvoll, zumal der Wirkstoff dort zu erheblichen Nebenwirkungen führen kann. Lokal behandeln heißt: Das Medikament wird ganz gezielt an den gereizten Sehnenansatz gespritzt. So kann es vor Ort gut wirken, ohne dass ein nennenswertes Risiko für Nebenwirkungen besteht. Auf Cortison sollte allerdings weitestgehend verzichtet werden. Es kommt allenfalls einmalig in einer akuten, sehr schmerzhaften Phase zum Einsatz.
Bei leichteren bzw. chronischen Beschwerden sollte vielmehr eine sogenannte ACP-Behandlung durchgeführt werden. ACP steht für autolog konditioniertes Plasma und ist eine Form der Eigenblutbehandlung. Dabei wird eine Ampulle Blut entnommen, daraus werden die natürlichen entzündungshemmenden Substanzen isoliert. Dieses Konzentrat wird anschließend an den gereizten, entzündeten Sehnenansatz gespritzt. Das Ganze wird vier- bis sechsmal im Abstand von circa einer Woche wiederholt.
Eine Alternative ist die Behandlung mit homöopathischen entzündungshemmenden bzw. stoffwechselanregenden Medikamenten, zum Beispiel Traumeel. Der entscheidende Aspekt dieser Behandlung: Im Rahmen der Injektion wird die Sehne mit einer sehr dünnen Kanüle ganz gezielt minimal verletzt. Dadurch werden ihre Selbstheilungskräfte mobilisiert. Mediziner bezeichnen dieses Phänomen als Healing Response.
Auch Akupunktur scheint immer wieder recht gute Heilungserfolge zu bringen, auch wenn Dr. Preis dieses Verfahren als klassischer Schulmediziner selbst nicht anwendet. Akupunktur soll dazu beitragen, die Spannung der Muskulatur zu reduzieren und den Kreislauf aus Schmerz und Verspannung nebenwirkungsfrei zu unterbrechen.
Beim Tennisarm bzw. Mausarm gibt es also eine ganze Palette von Therapiemaßnahmen. Sinnvoll ist ein stufenweises Vorgehen, bei dem Sie den Heilungsprozess selbst aktiv unterstützen. Bessern sich die Beschwerden trotz allem nicht, sollte gegebenenfalls operiert werden.
Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.
Eigenmaßnahmen wie Schonung, Dehnung und Stoffwechselaktivierung sollten spätestens innerhalb von drei bis vier Wochen zu einer durchgreifenden Besserung führen. Ist das nicht der Fall, sollte der Tennisarm zusätzlich physiotherapeutisch behandelt werden.
Querfriktionen sind eine spezielle Form der Massage. Sie verbessern die Durchblutung in der Tiefe des Gewebes und lösen Verklebungen der Faszien.
Die Erfahrungen sind recht unterschiedlich: Viele Patienten sprechen sehr gut auf die Spange an, andere profitieren nicht. Da sie völlig nebenwirkungsfrei ist, ist ein Versuch sinnvoll. Die Spange sollte über mehrere Stunden täglich getragen werden, insbesondere bei Belastung des Arms.
Bei der ACP-Behandlung (autolog konditioniertes Plasma) wird eine Ampulle Blut entnommen, daraus werden die natürlichen entzündungshemmenden Substanzen isoliert. Das Konzentrat wird an den gereizten Sehnenansatz gespritzt. Die Behandlung wird vier- bis sechsmal im Abstand von circa einer Woche wiederholt.
Cortison kommt allenfalls einmalig in einer akuten, sehr schmerzhaften Phase zum Einsatz. Bei leichteren oder chronischen Beschwerden sollte stattdessen eine ACP-Behandlung durchgeführt werden.
Bessern sich die Beschwerden unter der stufenweisen konservativen Behandlung nicht, sollte gegebenenfalls operiert werden, damit die Schmerzen nicht dauerhaft bestehen bleiben.