Tennisarm selbst behandeln: Experten Tipps und Übungen von Dr. Stefan Preis

Veröffentlicht am:
12.02.2021
Dauer:
4:41
Mit diesen einfachen Übungen und Maßnahmen bekommen Sie Ihre Ellenbogenschmerzen bei einem Tennisarm, bzw. einem sogenannten „Mausarm“ in den Griff. Damit die Schmerzen im Ellenbogen nicht chronisch werden, sollten Sie ihren Tennisellenbogen frühzeitig behandeln. In diesem med.clip erklärt Dr. Stefan Preis von der KLINIK am RING – Köln, welche Ursachen für Schmerzen am Ellenbogen verantwortlich sind und was Sie selbst dagegen tun können. Erfahren Sie, welche Dehnübungen und Maßnahmen bei einem Tennisarm wirklich helfen und wann Sie mit Ihren Ellenbogenschmerzen einen Arzt aufsuchen sollten.

Was ist ein Tennisarm und wie entsteht er?

Was im Volksmund als Tennisarm oder Tennisellenbogen bezeichnet wird, wird tatsächlich nur im Ausnahmefall durch das Tennisspielen hervorgerufen. Viel treffender sind die Begriffe „Mausarm“ oder „Heimwerker-Ellenbogen“: Die einseitige Belastung am Computer, insbesondere mit der Maus, aber auch ungewohnte Belastungen beim Heimwerken lösen die lästigen Schmerzen am Ellenbogen erheblich häufiger aus als das Tennisspielen.

Unabhängig vom konkreten Auslöser sind es fast immer eine ungewohnte Belastung oder eine chronische Überlastung, die zu den Schmerzen am Ellenbogen führen. Weh tun dabei die Sehnenansätze der Unterarmmuskulatur, konkret die Sehnen der Muskeln, die für das Zufassen sowie für das Stabilisieren und Strecken des Handgelenks zuständig sind. Deshalb schmerzt es meist auch, wenn Sie jemandem die Hand geben oder nur einen Kaffee einschenken möchten.

Was können Sie selbst gegen den Tennisarm tun?

Grundsätzlich gilt: Je früher Sie auf Ihre Ellenbogenschmerzen reagieren und gegensteuern, desto rascher bekommen Sie das Problem in den Griff. Zunächst ist es ganz wichtig, die Tätigkeiten sein zu lassen, die wehtun. Es macht keinen Sinn, die gereizten Sehnenansätze immer wieder zu stressen. Im ersten Schritt der Behandlung sollten Sie auf die natürliche Heilung setzen und diesen Prozess gezielt unterstützen.

Welche Dehnübung hilft beim Tennisarm?

Um den Zug an den gestressten Sehnenansätzen zu verringern, sollte die Unterarmmuskulatur regelmäßig intensiv gedehnt werden. Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, empfiehlt folgende einfache, aber sehr effektive Übung:

  1. Arm strecken: Den betroffenen Arm ausstrecken und ganz lang machen.
  2. Handgelenk beugen: Das Handgelenk in Richtung Handfläche knicken und die Dehnung mit der anderen Hand intensivieren. Dabei ist ein Zug in der Unterarmmuskulatur spürbar.
  3. Halten und wiederholen: Die Dehnposition circa 20 Sekunden halten, dann lösen, lockern und nach einer kurzen Pause das Ganze drei- bis viermal wiederholen.

Diese kleine Übungseinheit dauert nicht mehr als zwei Minuten und sollte über den Tag verteilt drei- bis viermal durchgeführt werden.

Wie funktioniert die Eis-Lolli-Behandlung am Ellenbogen?

Als weitere Maßnahme zur Unterstützung der natürlichen Heilung ist es sinnvoll, die lokale Durchblutung des gereizten Gewebes zu verbessern. Denn je besser die Durchblutung, desto rascher geht die Heilung voran. Sehr effektiv und relativ einfach ist die regelmäßige Eis-Lolli-Behandlung:

  1. Eis-Lolli herstellen: Einen Becher, am besten einen Plastikbecher, mit Wasser füllen, einen Löffel oder Stift hineinstellen und ins Eisfach geben. Ist das Wasser gefroren, den Eis-Lolli aus dem Becher nehmen. Das geht einfacher, wenn der Becher vorher kurz unter heißes Wasser gehalten wird.
  2. Ellenbogen abreiben: Mit dem Eis-Lolli den schmerzhaften Bereich großflächig mit kreisenden Bewegungen abreiben. Die kreisenden Bewegungen sind besonders wichtig, damit es nicht zu Erfrierungen kommt. Am besten ein Handtuch unterlegen.
  3. Dauer und Häufigkeit: Die Behandlung circa 10 bis 15 Minuten durchführen, nach Möglichkeit regelmäßig ein- bis zweimal täglich.

Das Gewebe, das zunächst eiskalt und blass war, ist anschließend gerötet und maximal durchblutet, ähnlich wie die Hände nach einer Schneeballschlacht: Erst sind sie eiskalt, danach glühen sie.

Wann sollten Sie mit Ellenbogenschmerzen zum Arzt?

Führen diese Maßnahmen nicht spätestens innerhalb von drei bis vier Wochen zu einer durchgreifenden Besserung, sollten Sie das Problem unbedingt ärztlich abklären und professionell behandeln lassen. Ansonsten besteht ein relativ hohes Risiko, dass der Tennisarm chronisch wird. Die Gelenkspezialisten der KLINIK am RING – Köln beraten Sie gern persönlich zur konservativen und operativen Behandlung des Tennisarms.

Häufig gestellte Fragen zum Thema (FAQ)

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.

Häufige Fragen zum Tennisarm

Bekommt man einen Tennisarm nur vom Tennisspielen?

Nein, nur im Ausnahmefall ist das Tennisspielen die Ursache. Viel häufiger lösen die einseitige Belastung am Computer, insbesondere mit der Maus, oder ungewohnte Belastungen beim Heimwerken die Schmerzen am Ellenbogen aus. Treffender sind deshalb die Begriffe „Mausarm“ oder „Heimwerker-Ellenbogen“.

Was genau schmerzt beim Tennisarm?

Es schmerzen die Sehnenansätze der Unterarmmuskulatur, konkret die Sehnen der Muskeln, die für das Zufassen sowie für das Stabilisieren und Strecken des Handgelenks zuständig sind. Deshalb tut es meist weh, wenn Sie jemandem die Hand geben oder einen Kaffee einschenken.

Wie oft sollte ich die Dehnübung machen?

Die Dehnposition circa 20 Sekunden halten und das Ganze drei- bis viermal wiederholen. Diese circa zweiminütige Übungseinheit sollten Sie über den Tag verteilt drei- bis viermal durchführen.

Wie oft sollte ich die Eis-Lolli-Behandlung durchführen?

Reiben Sie den schmerzhaften Bereich circa 10 bis 15 Minuten großflächig mit kreisenden Bewegungen ab, nach Möglichkeit regelmäßig ein- bis zweimal täglich. Die kreisenden Bewegungen sind wichtig, damit es nicht zu Erfrierungen kommt.

Wann muss ich mit einem Tennisarm zum Arzt?

Wenn Schonung, Dehnübungen und Eis-Lolli-Behandlung nicht spätestens innerhalb von drei bis vier Wochen zu einer durchgreifenden Besserung führen, sollten Sie das Problem ärztlich abklären und professionell behandeln lassen. Ansonsten besteht ein relativ hohes Risiko, dass die Beschwerden chronisch werden.

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