Achillessehnenriss richtig behandeln: Sicher zurück zum Sport | Operation & Nachbehandlung

Veröffentlicht am:
03.02.2021
Dauer:
3:44
Die meisten Achillessehnenrisse entstehen beim Sport. Damit Sie Ihrem Sport auch nach einem Riss der Achillessehne wieder ganz normal nachgehen können ist eine fachmännische Reparatur und Nachbehandlung besonders wichtig. In diesem med.clip erklärt Dr. Stefan Preis von der KLINIK am RING – Köln, wie die gerissenen Sehnenanteile durch die Operation der Achillessehne wieder fest miteinander verbunden werden, was bei der Operation auf Sie zukommt und wie die optimale Nachbehandlung eines Achillessehnenrisses aussieht.

Wie kommt es zu einem Achillessehnenriss?

Mehr als zwei Drittel aller Achillessehnenrisse entstehen beim Sport, vor allem dann, wenn die Achillessehne schon im Vorfeld längere Zeit Beschwerden gemacht hat. Typisch ist ein peitschenartiger Schlag, ein Knall, insbesondere bei einem kurzen, schnellen Antritt oder beim plötzlichen Abstoppen. Die Folge sind Schmerzen und eine deutliche Schwäche im Fuß: Der Zehenspitzenstand ist dann zum Beispiel nicht mehr möglich. Lässt sich zusätzlich eine Delle in der Achillessehne tasten, ist die Sache eigentlich klar.

Wie wird die Diagnose gesichert?

Um ganz sicher zu sein, folgt eine Ultraschalluntersuchung. Ein MRT zeigt zusätzlich das gesamte Ausmaß des Schadens.

Warum ist beim Achillessehnenriss meist eine Operation notwendig?

Nur die allerwenigsten Risse der Achillessehne eignen sich für eine konservative Behandlung. Ohne Operation verbleibt häufig eine Schwäche beim Fußabdruck, sodass dynamisches, zügiges Gehen, ganz besonders aber die Sportfähigkeit deutlich eingeschränkt wären.

Was passiert bei der Operation der Achillessehne?

Bei der Operation geht es darum, die gerissenen Sehnenanteile möglichst schonend fest miteinander zu vernähen. Nur so können sie wieder gut zusammenheilen. Die Nahtmaterialien und die Nahttechnik haben sich in den letzten Jahren immer weiter verbessert. Zudem lässt sich die Sehnenheilung heutzutage durch biotechnologische Verfahren unterstützen, zum Beispiel durch die Anwendung von Wachstumsfaktoren, erklärt Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln.

Die Operation erfolgt in Vollnarkose und dauert circa eine Stunde. Danach bleiben Patienten für circa ein bis zwei Tage in der Klinik.

Wie läuft die Nachbehandlung ab?

  1. Schutzphase: In der Frühphase braucht die reparierte Sehne Schutz und eine gewisse Ruhe. In den ersten 10 bis 14 Tagen sind deshalb eine Schiene und Gehstöcke nötig.
  2. Funktionelle Phase: Danach wird funktionell weiterbehandelt. Funktionell heißt, dass eine sehr dosierte Belastung des Gewebes dessen Heilung optimal fördert. Dazu dient ein Spezialschuh, letztlich eine Art hoher, fester Sportschuh mit einer höheren Einlage im Fersenbereich. Er entlastet die reparierte Achillessehne ausreichend, Gehstöcke sind nicht mehr nötig. Dieser Schuh wird für insgesamt circa sechs Wochen getragen. Dann ist die Sehne so gut verheilt, dass wieder normale Schuhe möglich sind.
  3. Physiotherapie: Der gesamte Prozess wird von einer entsprechenden Physiotherapie begleitet. Anfangs liegt der Schwerpunkt auf Lymphdrainage und sanfter Krankengymnastik. Nach circa sechs bis acht Wochen startet die Trainingstherapie.
  4. Rückkehr zum Sport: Bis zur vollen Sportfähigkeit vergehen circa sechs Monate.

Lohnt sich der Aufwand?

Eine Achillessehnenreparatur ist insgesamt eine recht aufwendige und langwierige Sache. Doch der Aufwand lohnt sich: Fachmännisch operiert und gut nachbehandelt sollte das Problem dauerhaft gelöst sein, sodass danach auch wieder ganz normal Sport möglich ist.

Häufig gestellte Fragen zum Thema (FAQ)

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.

Häufige Fragen zum Achillessehnenriss

Woran erkenne ich einen Achillessehnenriss?

Typisch ist ein peitschenartiger Schlag oder Knall, meist bei einem kurzen, schnellen Antritt oder beim plötzlichen Abstoppen. Danach bestehen Schmerzen und eine deutliche Schwäche im Fuß, der Zehenspitzenstand gelingt nicht mehr. Oft lässt sich eine Delle in der Sehne tasten. Gesichert wird die Diagnose durch Ultraschall und MRT.

Kann ein Achillessehnenriss ohne Operation behandelt werden?

Nur die allerwenigsten Risse eignen sich für eine konservative Behandlung. Ohne Operation verbleibt häufig eine Schwäche beim Fußabdruck, die dynamisches, zügiges Gehen und ganz besonders die Sportfähigkeit deutlich einschränken würde.

Wie lange dauern Operation und Klinikaufenthalt?

Die Operation erfolgt in Vollnarkose und dauert circa eine Stunde. Anschließend bleiben Patienten für circa ein bis zwei Tage in der Klinik.

Wie lange muss ich nach der Operation einen Spezialschuh tragen?

Nach 10 bis 14 Tagen mit Schiene und Gehstöcken wird für insgesamt circa sechs Wochen ein Spezialschuh mit erhöhter Ferseneinlage getragen. Danach ist die Sehne so gut verheilt, dass wieder normale Schuhe möglich sind.

Wann kann ich nach einem Achillessehnenriss wieder Sport machen?

Nach circa sechs bis acht Wochen kann die Trainingstherapie beginnen. Bis zur vollen Sportfähigkeit vergehen insgesamt circa sechs Monate.

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