Wenn die Achillessehne durch eine ungewohnte oder zu intensive Belastung gestresst ist und schmerzt, gilt es frühzeitig gegenzusteuern. Eine solche Achillessehnenreizung kann leicht chronisch werden. Das bedeutet häufig eine langwierige Behandlung und eine entsprechende Sportpause. Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, erklärt, was Sie selbst gegen die Beschwerden tun können und sollten.
Auch wenn es schwerfällt: Zunächst muss die Belastung der gereizten Achillessehne unbedingt reduziert werden. Das heißt Sportpause für die Sehne. Das allein reicht jedoch nicht. In der Akutphase, also unmittelbar nachdem die Beschwerden aufgetreten sind, sollte die gereizte Sehne für zwei bis drei Tage mit sogenannter milder Kälte behandelt werden. Milde Kälte heißt: Das Gewebe soll gekühlt, aber nicht eiskalt werden.
Ist der akute Schmerz überwunden, sollten Sie mit durchblutungsfördernden Maßnahmen arbeiten. Je besser das Gewebe durchblutet ist, umso intensiver wird dessen Selbstheilung unterstützt. Sehr effizient sind Fußwechselbäder, vor allem aber die sogenannte Eislolli-Behandlung.
Das Gewebe, das zunächst eiskalt und blass war, ist nach der Behandlung gerötet und gut durchblutet. Das ist wie bei den Händen nach einer Schneeballschlacht: Erst sind sie eiskalt, danach glühen sie, weil sie maximal durchblutet sind.
Daneben ist es ganz wichtig, die Wadenmuskeln regelmäßig zu dehnen. So reduzieren Sie die Grundspannung und damit den chronischen Zug an der gestressten Achillessehne. Auch hier ist die Folge eine verbesserte Selbstheilung. Zwei ganz einfache, aber sehr effiziente Übungen:
Neben einer gewissen Schonung ist also aktive Mitarbeit gefragt. So lassen sich Achillessehnenbeschwerden in vielen Fällen in den Griff bekommen. Schmerzt die Sehne nach drei bis vier Wochen jedoch immer noch, sollten Sie die Beschwerden unbedingt abklären und professionell behandeln lassen. Nehmen Sie die Beschwerden ernst: Eine Achillessehnenreizung kann chronisch werden, und eine chronisch gereizte Sehne kann sogar relativ leicht reißen.
Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.
Reduzieren Sie unbedingt die Belastung und legen Sie eine Sportpause ein. In der Akutphase behandeln Sie die Sehne zwei bis drei Tage mit milder Kälte: vier- bis fünfmal täglich ein in ein Handtuch gewickeltes Coldpack für circa 15 Minuten. Zusätzlich tragen Sie zwei- bis dreimal täglich ein entzündungshemmendes Gel auf.
Ein im Becher gefrorener Eislolli wird für circa 10 bis 15 Minuten mit kreisenden Bewegungen großflächig über den schmerzhaften Bereich gerieben. Das regt die Durchblutung an und unterstützt so die Selbstheilung der Sehne. Die Behandlung sollte ein- bis zweimal täglich erfolgen.
Regelmäßiges Dehnen reduziert die Grundspannung der Wadenmuskeln und damit den chronischen Zug an der gestressten Achillessehne. Die Folge ist eine verbesserte Selbstheilung der Sehne.
Jede Dehnposition wird für 10 bis 20 Sekunden gehalten und nach einer kurzen Pause drei- bis viermal wiederholt. Die etwa zweiminütige Übungssequenz sollten Sie drei- bis viermal über den Tag verteilt durchführen.
Wenn die Sehne nach drei bis vier Wochen immer noch schmerzt, sollten Sie die Beschwerden unbedingt abklären und professionell behandeln lassen. Eine Achillessehnenreizung kann chronisch werden, und eine chronisch gereizte Sehne kann sogar relativ leicht reißen.