Spürt man hinten am Ellenbogen eine Schwellung, die zusätzlich schmerzt oder sogar heiß und gerötet ist, steckt wahrscheinlich eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) dahinter.
Schleimbeutel sitzen an all den Stellen des Körpers, die mechanisch besonders beansprucht werden: im Bereich der Gelenke und überall dort, wo Haut, Sehnen oder Muskeln direkt auf dem Knochen aufliegen.
Ein Schleimbeutel bildet zum einen eine Art Puffer zwischen harten und weichen Strukturen. Zum anderen wirkt er als Gleit- und Verschiebeschicht, damit unterschiedliche Gewebe besser gegeneinander gleiten können. Am spitzen Ellenbogen ist ein Schleimbeutel deshalb besonders wichtig.
Auslöser ist eine Überbeanspruchung, zum Beispiel wenn man sich häufig mit dem Ellenbogen abgestützt oder ihn gestoßen hat. Der Schleimbeutel entzündet sich dann: Er wird dick, schwillt an und tut weh. Bei einer besonders heftigen Entzündung wird er zusätzlich rot und heiß.
Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, empfiehlt bei einer nur leichten Entzündung vier Maßnahmen zur Selbstbehandlung:
Bessert sich die Situation nicht, muss der geschwollene Schleimbeutel punktiert werden, um die Flüssigkeit zu entfernen. Das ist keine allzu große Sache: Zunächst wird die Region desinfiziert, danach werden Haut und Schleimbeutel lokal betäubt, anschließend wird die Flüssigkeit mit einer Spritze abgesaugt.
In aller Regel gibt man gleichzeitig ein entzündungshemmendes Medikament direkt an den Schleimbeutel, um die Sache dauerhaft in den Griff zu bekommen. Besonders wirkungsvoll ist ein Depot-Cortison, das über drei bis vier Wochen lokal am Schleimbeutel wirksam ist. Das ist deutlich sinnvoller, als über einen solch langen Zeitraum ständig entzündungshemmende Tabletten einzunehmen.
Kommt es trotz konservativer Behandlung immer wieder zu einer Schleimbeutelentzündung, muss der Schleimbeutel gegebenenfalls operativ entfernt werden. Ohne Schleimbeutel muss danach niemand leben: Überall dort, wo ein Schleimbeutel gebraucht wird, bildet sich ein neuer, zarter Schleimbeutel aus. Dieser entzündet sich dann nicht mehr so leicht wie der alte.
In Ausnahmefällen können Bakterien in die Tiefe gelangen, zum Beispiel durch eine äußere Verletzung am Ellenbogen. Ein solcher bakterieller Infekt ist eine gefährliche Sache, denn er kann sich auf das Gelenk und sogar auf den ganzen Körper ausbreiten und damit bedrohlich werden.
Lassen Sie einen entzündeten Ellenbogen im Zweifel deshalb unbedingt frühzeitig ärztlich untersuchen, insbesondere wenn der Schleimbeutel dick, heiß und gerötet ist. Wird tatsächlich ein bakterieller Infekt diagnostiziert, verordnet der Arzt ein Antibiotikum. Gegebenenfalls muss der infizierte Schleimbeutel sogar frühzeitig operativ entfernt werden.
Die Gelenkspezialisten der KLINIK am RING – Köln beraten Sie bei einer Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen gern persönlich.
Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.
Typisch ist eine Schwellung hinten am Ellenbogen, die schmerzt. Der Schleimbeutel wird dick und tut weh, bei einer besonders heftigen Entzündung wird er zusätzlich rot und heiß.
Ursache ist eine Überbeanspruchung, etwa durch häufiges Abstützen auf dem spitzen Ellenbogen oder durch Stöße. Der Schleimbeutel entzündet sich daraufhin, schwillt an und schmerzt.
Vier Maßnahmen helfen: den Ellenbogen schonen und ruhig halten, vier- bis fünfmal täglich für circa 20 Minuten mit einem in ein Handtuch gewickelten Cold Pack kühlen, mit einem elastischen Wickel leicht bandagieren und zwei- bis dreimal täglich ein entzündungshemmendes Gel auftragen.
Die Region wird desinfiziert, Haut und Schleimbeutel werden lokal betäubt und die Flüssigkeit wird mit einer Spritze abgesaugt. In aller Regel wird gleichzeitig ein entzündungshemmendes Medikament direkt an den Schleimbeutel gegeben, häufig ein Depot-Cortison, das drei bis vier Wochen lokal wirkt.
Nein. Überall dort, wo ein Schleimbeutel gebraucht wird, bildet sich ein neuer, zarter Schleimbeutel aus. Dieser entzündet sich dann nicht mehr so leicht wie der alte.
Gelangen Bakterien in die Tiefe, etwa durch eine äußere Verletzung, kann sich der Infekt auf das Gelenk und sogar auf den ganzen Körper ausbreiten. Ist der Schleimbeutel dick, heiß und gerötet, sollte der Ellenbogen deshalb frühzeitig ärztlich untersucht werden.