Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen (Bursitis) – Schwellung selbst behandeln oder sofort zum Arzt?

Veröffentlicht am:
06.01.2022
Dauer:
4:55
Schwellung am Ellenbogen? Häufige Ursache ist eine Schleimbeutelentzündung. Was Sie selbst gegen die Bursitis tun können und wann Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten. Gelenkspezialist Dr. Stefan Preis von der KLINIK am RING – Köln erklärt in diesem med.clip alles zu Ursachen und Behandlung der Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen. Erfahren Sie, was Sie selbst gegen Schwellung, Rötung und Hitze im Ellenbogengelenk tun können und wann bei einer Bursitis eine Ellenbogen-OP notwendig ist.

Woran erkennt man eine Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen?

Spürt man hinten am Ellenbogen eine Schwellung, die zusätzlich schmerzt oder sogar heiß und gerötet ist, steckt wahrscheinlich eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) dahinter.

Was ist ein Schleimbeutel und wofür braucht der Körper ihn?

Schleimbeutel sitzen an all den Stellen des Körpers, die mechanisch besonders beansprucht werden: im Bereich der Gelenke und überall dort, wo Haut, Sehnen oder Muskeln direkt auf dem Knochen aufliegen.

Ein Schleimbeutel bildet zum einen eine Art Puffer zwischen harten und weichen Strukturen. Zum anderen wirkt er als Gleit- und Verschiebeschicht, damit unterschiedliche Gewebe besser gegeneinander gleiten können. Am spitzen Ellenbogen ist ein Schleimbeutel deshalb besonders wichtig.

Wie entsteht eine Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen?

Auslöser ist eine Überbeanspruchung, zum Beispiel wenn man sich häufig mit dem Ellenbogen abgestützt oder ihn gestoßen hat. Der Schleimbeutel entzündet sich dann: Er wird dick, schwillt an und tut weh. Bei einer besonders heftigen Entzündung wird er zusätzlich rot und heiß.

Was können Sie bei einer leichten Entzündung selbst tun?

Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, empfiehlt bei einer nur leichten Entzündung vier Maßnahmen zur Selbstbehandlung:

  1. Schonen: Halten Sie den Ellenbogen unbedingt ruhig und schonen Sie ihn.
  2. Kühlen: Legen Sie vier- bis fünfmal täglich für circa 20 Minuten ein Cold Pack auf den Ellenbogen. Wichtig ist, dass der entzündete Schleimbeutel gekühlt wird, aber nicht eiskalt werden darf. Wickeln Sie das Cold Pack deshalb unbedingt in ein Handtuch ein.
  3. Komprimieren: Bandagieren Sie den Ellenbogen leicht, zum Beispiel mit einem elastischen Wickel. So kommt mehr Ruhe ins Gelenk, vor allem aber wird durch den Druck die Flüssigkeit im entzündeten Schleimbeutel rascher abgebaut.
  4. Entzündungshemmendes Gel auftragen: Tragen Sie zwei- bis dreimal täglich ein entzündungshemmendes Gel auf, zum Beispiel mit Diclofenac oder Ibuprofen.

Wie läuft die Punktion des Schleimbeutels ab?

Bessert sich die Situation nicht, muss der geschwollene Schleimbeutel punktiert werden, um die Flüssigkeit zu entfernen. Das ist keine allzu große Sache: Zunächst wird die Region desinfiziert, danach werden Haut und Schleimbeutel lokal betäubt, anschließend wird die Flüssigkeit mit einer Spritze abgesaugt.

In aller Regel gibt man gleichzeitig ein entzündungshemmendes Medikament direkt an den Schleimbeutel, um die Sache dauerhaft in den Griff zu bekommen. Besonders wirkungsvoll ist ein Depot-Cortison, das über drei bis vier Wochen lokal am Schleimbeutel wirksam ist. Das ist deutlich sinnvoller, als über einen solch langen Zeitraum ständig entzündungshemmende Tabletten einzunehmen.

Wann muss der Schleimbeutel operativ entfernt werden?

Kommt es trotz konservativer Behandlung immer wieder zu einer Schleimbeutelentzündung, muss der Schleimbeutel gegebenenfalls operativ entfernt werden. Ohne Schleimbeutel muss danach niemand leben: Überall dort, wo ein Schleimbeutel gebraucht wird, bildet sich ein neuer, zarter Schleimbeutel aus. Dieser entzündet sich dann nicht mehr so leicht wie der alte.

Wann sollten Sie sofort zum Arzt?

In Ausnahmefällen können Bakterien in die Tiefe gelangen, zum Beispiel durch eine äußere Verletzung am Ellenbogen. Ein solcher bakterieller Infekt ist eine gefährliche Sache, denn er kann sich auf das Gelenk und sogar auf den ganzen Körper ausbreiten und damit bedrohlich werden.

Lassen Sie einen entzündeten Ellenbogen im Zweifel deshalb unbedingt frühzeitig ärztlich untersuchen, insbesondere wenn der Schleimbeutel dick, heiß und gerötet ist. Wird tatsächlich ein bakterieller Infekt diagnostiziert, verordnet der Arzt ein Antibiotikum. Gegebenenfalls muss der infizierte Schleimbeutel sogar frühzeitig operativ entfernt werden.

Die Gelenkspezialisten der KLINIK am RING – Köln beraten Sie bei einer Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen gern persönlich.

Häufig gestellte Fragen zum Thema (FAQ)

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.

Häufige Fragen zur Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen

Woran erkenne ich eine Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen?

Typisch ist eine Schwellung hinten am Ellenbogen, die schmerzt. Der Schleimbeutel wird dick und tut weh, bei einer besonders heftigen Entzündung wird er zusätzlich rot und heiß.

Wodurch entsteht eine Bursitis am Ellenbogen?

Ursache ist eine Überbeanspruchung, etwa durch häufiges Abstützen auf dem spitzen Ellenbogen oder durch Stöße. Der Schleimbeutel entzündet sich daraufhin, schwillt an und schmerzt.

Was kann ich bei einer leichten Schleimbeutelentzündung selbst tun?

Vier Maßnahmen helfen: den Ellenbogen schonen und ruhig halten, vier- bis fünfmal täglich für circa 20 Minuten mit einem in ein Handtuch gewickelten Cold Pack kühlen, mit einem elastischen Wickel leicht bandagieren und zwei- bis dreimal täglich ein entzündungshemmendes Gel auftragen.

Was passiert bei einer Punktion des Schleimbeutels?

Die Region wird desinfiziert, Haut und Schleimbeutel werden lokal betäubt und die Flüssigkeit wird mit einer Spritze abgesaugt. In aller Regel wird gleichzeitig ein entzündungshemmendes Medikament direkt an den Schleimbeutel gegeben, häufig ein Depot-Cortison, das drei bis vier Wochen lokal wirkt.

Muss ich ohne Schleimbeutel leben, wenn er operiert wird?

Nein. Überall dort, wo ein Schleimbeutel gebraucht wird, bildet sich ein neuer, zarter Schleimbeutel aus. Dieser entzündet sich dann nicht mehr so leicht wie der alte.

Wann ist eine Schleimbeutelentzündung gefährlich?

Gelangen Bakterien in die Tiefe, etwa durch eine äußere Verletzung, kann sich der Infekt auf das Gelenk und sogar auf den ganzen Körper ausbreiten. Ist der Schleimbeutel dick, heiß und gerötet, sollte der Ellenbogen deshalb frühzeitig ärztlich untersucht werden.

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