Sehnenscheidenentzündung selbst behandeln | Top Tipps & effektive Übungen

Veröffentlicht am:
11.11.2021
Dauer:
6:16
Sehnenscheidenentzündung richtig behandeln: Tipps und Übungen die wirklich helfen. Ziehende Schmerzen an Handgelenk und Unterarm, beim Zufassen oder auch in Ruhe, deuten häufig auf eine Sehnenscheidenentzündung hin. In diesem med.clip erklärt Dr. Stefan Preis von der KLINIK am RING – Köln was es mit der Sehnenscheidenentzündung auf sich hat und wie sich die Entzündung optimal behandeln lässt. Hier erfahren Sie welche Maßnahmen im Rahmen der Eigenbehandlung der Unterarm- bzw. Handschmerzen helfen und warum die Sehnenscheidenentzündung besonders häufig nach Überlastung durch Schreibtischarbeit an Maus und Tastatur auftritt. Lernen Sie einfache Dehnübungen zur Behandlung der Sehnenscheidenentzündung kennen und erfahren Sie wie Maßnahmen wie Kühlen, Ruhigstellen und entzündungshemmende Gels zur erfolgreichen Behandlung eingesetzt werden können.

Was ist eine Sehnenscheidenentzündung?

Ein ziehender Schmerz im Bereich des Handgelenks oder des Unterarms, der beim Zufassen und teilweise auch in Ruhe auftritt, deutet häufig auf eine Sehnenscheidenentzündung hin. Typische Auslöser sind viel Arbeit mit Maus und Tastatur oder eine Überlastung beim Sport, bei der Gartenarbeit oder beim Heimwerken.

Damit unsere Sehnen bei Bewegungen gut gleiten, haben sie im Bereich des Handgelenks und der Finger eine Umhüllung. Diese Umhüllung nennt man Sehnenscheide. Werden die Sehnen überfordert, kann sich die Sehnenscheide entzünden, und das verursacht Schmerzen. Betroffen sein können sowohl die Innenseite, also die Beugesehnen, als auch die Außenseite, also die Strecksehnen.

Welche Symptome treten auf?

Bei einer stärkeren Sehnenscheidenentzündung spüren Sie die Schmerzen nicht nur bei Bewegung, sondern auch in Ruhe. In extremeren Fällen wird der Bereich zusätzlich warm und rot und schwillt gegebenenfalls an. Das passiert allerdings eher selten.

Wie behandeln Sie eine Sehnenscheidenentzündung selbst?

Bei leichteren Beschwerden können und sollten Sie das Ganze zunächst selbst behandeln.

  1. Konsequent schonen: Das Wichtigste ist, die Hand und das Handgelenk zu schonen. Es macht keinen Sinn, den Schmerz zu ignorieren und weiter zu belasten. Das führt eher dazu, dass die Beschwerden zunehmen und das Problem sogar chronisch wird.
  2. Regelmäßig kühlen: Legen Sie vier- bis fünfmal täglich ein Cold Pack für circa 15 bis 20 Minuten auf den schmerzhaften Bereich. Die Kühlkompressen bitte nicht direkt aus dem Eisfach auf die Haut legen, sondern mit einem Tuch umwickeln, damit es nicht zu Kälteschäden an der Haut kommt.
  3. Entzündungshemmendes Gel auftragen: Hilfreich ist, drei- bis viermal täglich ein entzündungshemmendes Gel aufzutragen, zum Beispiel mit Diclofenac oder Ibuprofen. Noch wirkungsvoller ist ein Salbenverband über Nacht.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Klingen die Beschwerden nicht innerhalb weniger Tage ab, sollten Sie das ärztlich abklären lassen. Je nachdem, wie stark die Entzündung ist, wird das Handgelenk in einer Schiene ruhiggestellt. Das ist zwar lästig, aber je mehr Ruhe in die Hand kommt, desto eher geht die Entzündung zurück.

Um die Heilung zusätzlich zu unterstützen, sind gegebenenfalls entzündungshemmende Tabletten sinnvoll. Präparate wie Diclofenac oder Ibuprofen sollten Sie jedoch höchstens für ein paar Tage einnehmen. Langfristig können sie Probleme an Magen, Darm oder Nieren verursachen.

Wann hilft eine Spritze?

Gegebenenfalls besser verträglich, vor allem aber wirkungsvoller bei einer starken Entzündung, ist eine Spritze mit einem Kortisonpräparat. Eine Sehnenscheidenentzündung ist ein lokales Problem, deshalb ist es sinnvoll, das Medikament genau dorthin zu bringen, wo es wirken soll. Kortison sollte allerdings maximal zweimal gegeben werden.

Was ist die ACP-Behandlung?

Bei leichteren beziehungsweise chronischen Beschwerden kann als Alternative auch ACP eingesetzt werden. ACP steht für autologes konditioniertes Plasma und ist eine Form der Eigenblutbehandlung. Dabei wird eine Ampulle Blut entnommen und daraus werden die natürlichen entzündungshemmenden Substanzen isoliert. Dieses Konzentrat wird anschließend an die gereizte, entzündete Sehnenscheide gespritzt. Das Ganze wird vier- bis sechsmal im Abstand von circa einer Woche wiederholt.

Welche Übungen helfen bei einer Sehnenscheidenentzündung?

Darüber hinaus ist es wichtig, die Muskeln der gestressten Sehnen zu entspannen. Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, zeigt dafür zwei einfache Dehnübungen.

Übung 1: Dehnung bei Schmerzen auf der Rückseite

  1. Arm ausstrecken: Strecken Sie Ihren rechten Arm aus und machen Sie ihn ganz lang.
  2. Handgelenk beugen: Knicken Sie das Handgelenk in Richtung Handfläche ab.
  3. Dehnung verstärken: Unterstützen Sie die Dehnung mit der linken Hand. Sie spüren dabei einen Zug in der Unterarmmuskulatur.
  4. Halten und wiederholen: Halten Sie die Dehnungsposition circa 20 Sekunden, dann lösen, lockern und eine kurze Pause einlegen. Wiederholen Sie das Ganze drei- bis viermal.
  5. Häufigkeit: Die kleine Übungseinheit dauert nicht mehr als zwei Minuten und sollte über den Tag verteilt drei- bis viermal wiederholt werden.

Übung 2: Dehnung bei Schmerzen auf der Innenseite

  1. Arm ausstrecken: Strecken Sie Ihren rechten Arm ganz aus, das heißt ohne Beugung im Ellenbogen.
  2. Handgelenk überstrecken: Überstrecken Sie das Handgelenk, so weit es geht.
  3. Dehnung verstärken: Unterstützen Sie die Überdehnung mit der linken Hand. Sie spüren einen Zug in der Unterarmmuskulatur auf der Innenseite.
  4. Halten und wiederholen: Halten Sie die Dehnungsposition circa 20 Sekunden, dann lösen, lockern und eine kurze Pause einlegen. Wiederholen Sie das Ganze drei- bis viermal hintereinander.
  5. Häufigkeit: Auch diese Übungseinheit sollte über den Tag verteilt circa drei- bis viermal wiederholt werden.

Mit diesen Maßnahmen lässt sich eine Sehnenscheidenentzündung in aller Regel rasch in den Griff bekommen. Bleiben die Beschwerden bestehen, beraten Sie die Gelenkspezialisten der KLINIK am RING in Köln gern persönlich.

Häufig gestellte Fragen zum Thema (FAQ)

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.

Häufige Fragen zur Sehnenscheidenentzündung

Wie entsteht eine Sehnenscheidenentzündung?

Die Sehnen am Handgelenk und an den Fingern sind von einer Umhüllung umgeben, der Sehnenscheide. Werden die Sehnen überfordert, etwa durch viel Arbeit an Maus und Tastatur, durch Sport, Gartenarbeit oder Heimwerken, kann sich diese Sehnenscheide entzünden.

Woran erkenne ich eine Sehnenscheidenentzündung?

Typisch ist ein ziehender Schmerz am Handgelenk oder Unterarm beim Zufassen. Bei einer stärkeren Entzündung treten die Schmerzen auch in Ruhe auf. In extremeren Fällen wird der Bereich warm, rot und schwillt an, das ist aber eher selten.

Was kann ich selbst gegen eine Sehnenscheidenentzündung tun?

Schonen Sie die Hand konsequent und kühlen Sie vier- bis fünfmal täglich circa 15 bis 20 Minuten mit einem Cold Pack, das in ein Tuch gewickelt ist. Zusätzlich hilft es, drei- bis viermal täglich ein entzündungshemmendes Gel aufzutragen, nachts als Salbenverband.

Wann sollte ich zum Arzt?

Wenn die Beschwerden nicht innerhalb weniger Tage abklingen. Je nach Stärke der Entzündung wird das Handgelenk in einer Schiene ruhiggestellt. Entzündungshemmende Tabletten sollten höchstens ein paar Tage eingenommen werden, da sie langfristig Magen, Darm oder Nieren belasten können.

Wie oft darf Kortison gespritzt werden?

Eine Spritze mit einem Kortisonpräparat wirkt lokal genau dort, wo das Problem sitzt, und ist bei einer starken Entzündung besonders wirkungsvoll. Kortison sollte allerdings maximal zweimal gegeben werden.

Wie läuft die ACP-Behandlung ab?

ACP steht für autologes konditioniertes Plasma und ist eine Form der Eigenblutbehandlung. Es wird eine Ampulle Blut entnommen, daraus werden die natürlichen entzündungshemmenden Substanzen isoliert und als Konzentrat an die entzündete Sehnenscheide gespritzt. Die Behandlung wird vier- bis sechsmal im Abstand von etwa einer Woche wiederholt.

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