Kniegelenkverschleiß, Knorpelschaden, beginnende Arthrose (Gelenkverschleiß): Für die meisten Sportlerinnen und Sportler sind das Diagnosen, die richtig schocken. Umso wichtiger ist es, sich damit auseinanderzusetzen.
Gelenke brauchen Bewegung, auch wenn sie bereits einen gewissen Verschleiß haben. Bewegung ist zum einen für die Ernährung des Knorpels wichtig. Zum anderen stärkt Sport die Beinmuskulatur, und die ist entscheidend für eine gute Stabilisierung und Steuerung der Knie. Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, betrachtet dazu die Sportarten, auf die er in seiner Sprechstunde immer wieder angesprochen wird.
Dass Ballsportarten wie Fußball oder Volleyball die Kniegelenke ziemlich stark belasten, ist jedem klar. Problematisch ist, dass neben dem High Impact durch Stop and Go, dynamische Richtungswechsel und Sprünge bei diesen Sportarten immer ein deutlicher Leistungsdruck besteht. Schließlich will man mit der Mannschaft den Gegner besiegen. Nur ein bisschen zu spielen ist deshalb bei den allermeisten Ballsportarten eher unrealistisch.
Die Empfehlung lautet daher, sich rechtzeitig eine Alternative zu suchen, und zwar bevor aus dem leichten Verschleiß eine starke Arthrose wird. Gute Alternativen für Ballsportler können zum Beispiel Tennis oder Golf sein.
Laufen beziehungsweise Joggen gehört zu den beliebtesten Sportarten überhaupt. Man kann es bei jedem Wetter machen, ist draußen an der frischen Luft, ist unabhängig von festen Terminen und läuft so lange, wie man möchte.
Leider ist die Gelenkbelastung beim Joggen auch bei optimalen Laufschuhen relativ hoch: Bei der Landung wirkt bis zum Vierfachen des Körpergewichts. Bei einem 80 Kilogramm schweren Mann sind das 320 Kilogramm, und das bei jedem Schritt. Regelmäßiges Joggen, insbesondere über längere Distanzen, ist bei Kniegelenkverschleiß deshalb nicht wirklich empfehlenswert. Wenn laufen, dann allenfalls hin und wieder ein bisschen lockeres Traben.
Yoga hat in den letzten Jahren immer mehr an Beliebtheit gewonnen, und das zu Recht: Yoga macht beweglicher, stärkt die Muskeln, verbessert die Koordination und schafft Entspannung. Insgesamt also ein wunderbarer Ausgleich.
Weil es sich um runde, sanfte Bewegungen handelt, ist Yoga gerade auch bei Kniegelenkverschleiß durchaus zu empfehlen. Bestimmte Positionen fallen möglicherweise schwerer oder sind, wie zum Beispiel der Fersensitz, nicht mehr möglich. Das sollte vom Yoga aber nicht abhalten. Es gilt der Kernsatz des Yoga: Mache es so, wie es sich für dich gut anfühlt.
Tennis gehört zu den klassischen High-Impact-Sportarten, also den gelenkbelastenden Sportarten. Bei Kniegelenkverschleiß ist Tennis deshalb eigentlich nicht zu empfehlen. Dennoch wird es als mögliche Alternative zu Fußball oder Volleyball genannt. Der Grund: Ballsportler haben in aller Regel eine recht gute Bewegungserfahrung und können gut antizipieren. Damit sind sie in der Lage, das Tennisspielen bewusst zu steuern und recht sanft zu gestalten. Dagegen ist zumindest in einem gewissen Rahmen nichts einzuwenden.
Die konkreten Empfehlungen lauten:
Golf ist sehr beliebt und ein Sport, den man bis ins reife Alter betreiben kann. Der allergrößte Bewegungsanteil beim Golfen besteht aus zügigem Gehen auf weichem Untergrund, also einer auch bei Knorpelschaden recht gut verträglichen Bewegung. Kritisch können jedoch die Rotationskräfte sein, die bei den Schlägen und Schwüngen auf die Knie einwirken.
Der große Vorteil beim Golfspielen: Man spielt primär gegen sich selbst. Es liegt somit in der eigenen Hand, die Kniegelenkbelastung bei den Schlägen zu minimieren, indem man ein bisschen Druck herausnimmt und an der Technik arbeitet. Entscheidend ist die spezifische Bewegungserfahrung: Geübte Golferinnen und Golfer können die Schwungbewegungen sehr rund durchführen, sodass keine wesentlichen Spitzenbelastungen auf die Kniegelenke entstehen.
Das Fazit lautet: Golfspielen ist bei Kniegelenkverschleiß grundsätzlich möglich und sicherlich eine gute Alternative, gerade für Ballsportler mit entsprechend viel Bewegungserfahrung. Wichtig ist jedoch, die Technik gegebenenfalls mit einem Trainer anzupassen und es selbstverständlich nicht zu übertreiben.
Beim Skifahren besteht eine enorme Belastung der Kniegelenke. Bei Kniegelenkverschleiß ist Skifahren deshalb nicht zu empfehlen. Erfahrenen Skifahrern fällt Skifahren allerdings erheblich leichter als ungeübten, und sie können die Belastung deutlich besser steuern.
Gegen hin und wieder ein bisschen Skifahren ist deshalb nichts einzuwenden, wenn Sie geübt sind, beste Pistenverhältnisse bestehen, Sie einen leichten Hang ganz entspannt in sanften, langen Schwüngen hinuntergleiten können und Sie es nicht übertreiben. Für eher ungeübte Skifahrerinnen und Skifahrer gilt dagegen ein ganz klares Nein.
Zwei grundsätzliche Anmerkungen gelten unabhängig von der gewählten Sportart:
Lassen Sie sich am besten von einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten Ihres Vertrauens Übungen zeigen, die für Ihr spezielles Knieproblem ideal sind. Neben einem persönlichen Plan für das Krafttraining gehören auch Dehnungsübungen dazu, damit die Muskulatur nicht nur stark ist, sondern auch die ideale Grundspannung hat.
Welcher Sport bei Ihrem Knorpelschaden individuell sinnvoll ist, klären die Gelenkspezialisten der KLINIK am RING – Köln gern in einem persönlichen Beratungsgespräch.
Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.
Nein. Gelenke brauchen Bewegung, auch wenn sie bereits einen gewissen Verschleiß haben. Bewegung ist wichtig für die Ernährung des Knorpels, und Sport stärkt die Beinmuskulatur, die das Knie stabilisiert und steuert. Sinnvoll ist es aber, die Sportart und die Intensität anzupassen.
Diese Ballsportarten belasten die Kniegelenke stark, durch Stop and Go, dynamische Richtungswechsel und Sprünge. Hinzu kommt der Leistungsdruck im Team, sodass nur ein bisschen Spielen unrealistisch ist. Empfohlen wird, sich rechtzeitig eine Alternative zu suchen.
Die Gelenkbelastung beim Joggen ist auch mit optimalen Laufschuhen hoch, bei der Landung bis zum Vierfachen des Körpergewichts. Regelmäßiges Joggen, vor allem über längere Distanzen, ist deshalb nicht wirklich empfehlenswert. Allenfalls hin und wieder lockeres Traben ist möglich, gute Alternativen sind Walking, Nordic Walking und sportliches Radfahren.
Ja. Yoga besteht aus runden, sanften Bewegungen, macht beweglicher, stärkt die Muskeln, verbessert die Koordination und schafft Entspannung. Einzelne Positionen wie der Fersensitz sind vielleicht nicht mehr möglich, das sollte vom Yoga aber nicht abhalten.
Empfohlen wird, den Ehrgeiz zu reduzieren und nicht hinter jedem Ball herzurennen, mehr miteinander als gegeneinander zu spielen, eher Doppel statt Einzel zu wählen und lieber zweimal wöchentlich eine Dreiviertelstunde zu spielen statt einmal zwei bis drei Stunden am Stück.
Skifahren belastet die Kniegelenke enorm und ist bei Verschleiß grundsätzlich nicht zu empfehlen. Für geübte Skifahrer gilt: Bei besten Pistenverhältnissen, auf leichtem Hang, in sanften langen Schwüngen und ohne zu übertreiben ist gelegentliches Skifahren vertretbar. Für Ungeübte gilt ein klares Nein.