Knorpelschaden am Knie: Wann macht die Knorpelglättung Sinn?

Veröffentlicht am:
03.11.2020
Dauer:
3:19
Damit das Kniegelenk gut und schmerzfrei funktioniert, müssen die Gelenkflächen ideal glatt aufeinander gleiten. Bei Knorpelverschleiß und Arthrose am Knie ist die Oberfläche der Gelenke rau, was zu Schmerzen führt. Zudem können sich Knorpelfragmente lösen und zu Einklemmungen im Kniegelenk führen. Unbehandelt nimmt der Verschleiß rasch zu. In diesem med.clip erklärt Kniespezialist Dr. Stefan Preis von der KLINIK am RING - Köln, unter welchen Voraussetzungen es sinnvoll ist, verschlissene Knorpelflächen zu glätten und wie die arthroskopische Operation am Knie abläuft.

Damit das Knie gut und schmerzfrei funktioniert, müssen die Gelenkflächen gut gegeneinander gleiten. Das erfordert ideal glatten Knorpel. Verschleißt der Knorpel, wird er rau. Ist er schließlich völlig abgenutzt und reibt Knochen auf Knochen, verursacht das dauerhaft Knieschmerzen: Jeder Schritt wird zur Qual. Mediziner sprechen dann von fortgeschrittener Arthrose (Gelenkverschleiß).

Eine solche Arthrose entwickelt sich über viele Jahre. Je früher sie diagnostiziert wird, desto besser kann sie behandelt und ein rasches Fortschreiten verhindert werden. Das ist umso wichtiger, je jünger ein Mensch ist.

Wie sieht Arthrose im Kniegelenk aus?

Ein Blick auf den Aufbau des Kniegelenks zeigt, was bei Arthrose passiert. Im gesunden Knie treffen der Oberschenkelknochen und der große Unterschenkelknochen, das Schienbein, aufeinander. Bänder stabilisieren das Gelenk. Die glatten Knorpelflächen gleiten bei Bewegung gegeneinander. Zwischen den Gelenkflächen liegen auf der Außenseite der Außenmeniskus und auf der Innenseite der Innenmeniskus. Die Menisken wirken als Puffer, wie Stoßdämpfer zwischen den Gelenkanteilen.

In einem Knie mit Arthrose ist der Gelenkknorpel dagegen stark verschlissen und ganz rau. Dieser Verschleiß kann nicht rückgängig gemacht werden. Das Gegenteil ist der Fall: Er nimmt mehr und mehr zu, manchmal relativ rasch.

Damit es nicht so weit kommt, sollten Sie rechtzeitig überprüfen lassen, ob es Schäden in Ihrem Gelenk gibt, die gegebenenfalls repariert werden sollten. Das Prinzip ähnelt Karies am Zahn: Wird der Schaden nicht rechtzeitig repariert, wird er immer größer, bis der Zahn schließlich so kaputt ist, dass er gezogen werden muss.

Wann ist eine Knorpelglättung sinnvoll?

Um genau zu analysieren, welche Schäden im Kniegelenk bestehen, führen Mediziner bestimmte Tests durch und fertigen in aller Regel Röntgen- und MRT-Bilder an. Unter bestimmten Voraussetzungen kann es dann sinnvoll sein, raue Knorpelflächen zu glätten. Gleichzeitig werden dabei abgeriebene Knorpelteilchen entfernt, die wie Sand im Getriebe wirken.

Wie läuft die arthroskopische Knorpelglättung ab?

Die Knorpelglättung geschieht arthroskopisch, also minimalinvasiv. Eine solche Arthroskopie (Gelenkspiegelung) kann gegebenenfalls sogar ambulant durchgeführt werden. Nach dem kleinen Eingriff gehen Sie für circa fünf Tage an Gehstöcken. Danach können Sie das Kniegelenk wieder zunehmend normal belasten.

Was ist bei einem tiefgreifenden Knorpelschaden zu tun?

Besteht bereits ein tiefgreifender Knorpelschaden, muss gegebenenfalls mehr gemacht werden. Dann gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, den Defekt mittels Mikrofrakturierung oder durch eine Knorpeltransplantation zu behandeln. Wie es um das eigene Kniegelenk steht und welche Behandlung optimal ist, sollte im persönlichen Gespräch geklärt werden. Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, rät dazu, Knieschäden frühzeitig von einem Kniespezialisten abklären zu lassen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema (FAQ)

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.

Häufige Fragen zur Knorpelglättung am Knie

Was passiert bei einer Knorpelglättung?

Raue, verschlissene Knorpelflächen im Kniegelenk werden geglättet. Gleichzeitig werden abgeriebene Knorpelteilchen entfernt, die wie Sand im Getriebe wirken. Der Eingriff erfolgt arthroskopisch, also minimalinvasiv.

Wie wird ein Knorpelschaden am Knie festgestellt?

Um die Schäden im Kniegelenk genau zu analysieren, führen Mediziner bestimmte Tests durch. In aller Regel kommen zusätzlich Röntgen- und MRT-Aufnahmen zum Einsatz.

Wie lange dauert die Erholung nach der Knorpelglättung?

Nach dem kleinen Eingriff gehen Sie für circa fünf Tage an Gehstöcken. Danach können Sie das Kniegelenk zunehmend wieder normal belasten. Die Arthroskopie kann gegebenenfalls sogar ambulant durchgeführt werden.

Kann sich verschlissener Knorpel wieder erholen?

Nein. Knorpelverschleiß kann nicht rückgängig gemacht werden, im Gegenteil: Er nimmt mehr und mehr zu, manchmal relativ rasch. Deshalb ist es wichtig, Schäden im Gelenk rechtzeitig überprüfen und gegebenenfalls reparieren zu lassen.

Was ist bei einem tiefen Knorpelschaden zu tun?

Bei einem tiefgreifenden Knorpelschaden reicht die Glättung gegebenenfalls nicht aus. Dann kommen Verfahren wie die Mikrofrakturierung oder die Knorpeltransplantation in Betracht.

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