Verschleiß der Gelenke gehört zum Älterwerden dazu, genauso wie ein paar Fältchen oder graue Haare. Chronische Überlastung oder ein Unfall können hingegen zu einem frühzeitigen Verschleiß führen. Je früher der Verschleiß einsetzt, desto wichtiger ist es zu überprüfen, welche ursächlichen Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Nur so lässt sich einer drohenden Arthrose (fortgeschrittener Gelenkverschleiß) vorbeugen. Oft lohnt es sich, frühzeitig die Ursache zu beseitigen, statt nur die Symptome abzumildern. Ein etabliertes Verfahren zur Behandlung von Knorpelschäden ist die sogenannte Mikrofrakturierung.
Mediziner teilen den Schweregrad von Knorpelschäden in Stufen von 1 bis 4 ein:
Ein solcher tiefgreifender, viertgradiger Knorpelschaden kann gegebenenfalls mit einer Mikrofrakturierung behandelt werden. Erfolgversprechend ist das Verfahren allerdings nur, wenn der Schaden lokal begrenzt ist. Beim großflächigen, diffusen Knorpelschaden funktioniert die Methode nicht.
Im Rahmen einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) wird absichtlich eine kleine, kontrollierte Blutung aus dem freiliegenden Knochen verursacht. Ziel ist, dass sich durch diese gewollte Verletzung eine Narbe bildet, ähnlich wie bei einer blutenden Hautverletzung. Das austretende Blut gerinnt, bildet eine Blutkruste und wird nach und nach zu einer Narbe umgebaut. Das dabei entstehende Gewebe ist ein recht gut belastbarer Faserknorpel. Er füllt den ehemaligen Knorpeldefekt auf und versiegelt ihn.
Die Mikrofrakturierung erfolgt arthroskopisch, also minimalinvasiv. Der Eingriff kann ambulant durchgeführt werden, alternativ bleiben Patienten maximal ein bis zwei Tage in der Klinik. Das Kniegelenk darf nach dem Eingriff unmittelbar bewegt, in den ersten sechs Wochen aber nicht belastet werden. Für diesen Zeitraum sind Gehstöcke zwar lästig, aber dringend notwendig, damit sich festes und gut belastbares Ersatzgewebe bildet.
Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, empfiehlt die Mikrofrakturierung bei einem lokalen, kleinen bis mittelgroßen, viertgradigen Knorpeldefekt mit einer Größe von bis zu 4 Quadratzentimetern. Diese Empfehlung gilt allerdings nur, wenn die übrigen Gelenkflächen weitestgehend intakt sind. Klinische Erfahrungen sowie zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen unter diesen Voraussetzungen eine überzeugende Defektfüllung und eine hohe Zufriedenheit der Patienten. Ob die Methode im Einzelfall infrage kommt, sollte mit einem erfahrenen Spezialisten besprochen werden.
Bei größeren Knorpelschäden oder wenn zusätzlich erhebliche Defekte in anderen Abschnitten des Kniegelenks bestehen, sind die Ergebnisse nach Mikrofrakturierung eher unbefriedigend. Das heißt aber nicht, dass keine Behandlung möglich ist: Für solche Fälle stehen weitere konservative und operative Verfahren zur Verfügung, beispielsweise die Knorpeltransplantation.
Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.
Die Mikrofrakturierung ist ein etabliertes arthroskopisches Verfahren zur Behandlung tiefer Knorpelschäden am Knie. Dabei wird gezielt eine kleine, kontrollierte Blutung aus dem freiliegenden Knochen erzeugt. Aus dem geronnenen Blut entsteht nach und nach ein gut belastbarer Faserknorpel, der den Defekt auffüllt und versiegelt.
Geeignet ist das Verfahren bei einem lokal begrenzten, viertgradigen Knorpeldefekt von bis zu 4 Quadratzentimetern Größe. Die übrigen Gelenkflächen sollten weitestgehend intakt sein. Bei großflächigen, diffusen Schäden funktioniert die Methode nicht.
Der Eingriff erfolgt arthroskopisch und kann ambulant durchgeführt werden. Alternativ bleiben Patienten maximal ein bis zwei Tage in der Klinik.
Das Kniegelenk darf unmittelbar nach dem Eingriff bewegt, aber sechs Wochen lang nicht belastet werden. In dieser Zeit sind Gehstöcke notwendig, damit sich festes, gut belastbares Ersatzgewebe bilden kann.
Bei größeren oder diffusen Knorpelschäden sind die Ergebnisse der Mikrofrakturierung eher unbefriedigend. Dann kommen andere konservative und operative Verfahren in Betracht, beispielsweise die Knorpeltransplantation.