Knorpelschaden richtig behandeln: Was gegen Arthrose wirklich hilft | Knie - Schulter - Hüfte

Veröffentlicht am:
12.08.2021
Dauer:
5:43
Kann man Arthrose heilen? Was hilft wirklich gegen Gelenkschmerzen durch Knorpelschaden? Grundsätzlich gilt: Je früher ein Knorpelschaden behandelt wird, desto eher kann eine drohende Arthrose verhindert werden! Gelenkexperte Dr. Stefan Preis von der KLINIK am RING – Köln erklärt, welche Behandlung wirklich hilft, Arthrose zu verhindern und den Knorpelschaden aufzuhalten. In diesem med.clip erfahren Sie, welchen Einfluss Bewegung, Physiotherapie und Ernährung auf die Heilung von Knorpelschäden haben und wie Medikamente wie Hyaluronsäure und die ACP-Behandlung / Eigenblutbehandlung, im Rahmen der konservativen Therapie, sinnvoll gegen Knorpelschaden & Arthrose an Schultern, Knien oder Hüfte eingesetzt werden können.

Kann ein Knorpelschaden wieder heilen?

Zunächst die schlechte Nachricht: Ist der Knorpelbelag der Gelenke erst einmal geschädigt, gibt es keine Möglichkeit, dass er wieder so wird wie bei einem 16-jährigen Jungen oder Mädchen. Eine echte Heilung ist nicht möglich. Umso wichtiger ist es, einen Knorpelschaden frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Nicht mit dem Ziel, dass er verschwindet, sondern mit dem Ziel, dass er nicht oder zumindest weniger rasch zunimmt. Wundermittel gibt es dafür nicht.

Warum ist Bewegung der wichtigste Grundpfeiler?

Einer der wichtigsten Grundpfeiler der Knorpelbehandlung ist Bewegung. Ein Gelenk, das zu wenig Bewegung hat und übermäßig geschont wird, ist genauso anfällig wie eines, das ständig überfordert wird. Gut sind grundsätzlich runde, sanfte Bewegungen: Gerade durch den immer wiederkehrenden Wechsel von sanftem Druck und nachfolgender Entlastung wird der Knorpel über die Gelenkflüssigkeit mit Nährstoffen versorgt.

Bewegung sollte deshalb gut dosiert werden. Welche Bewegungen guttun, welche Sie meiden sollten und welches Maß für Sie das richtige ist, besprechen Sie am besten persönlich mit Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten.

Welche Rolle spielt die Physiotherapie?

Die Physiotherapie ist ein zentraler Baustein der Behandlung. Sie umfasst mehrere Elemente:

  • gezieltes Muskelaufbautraining, denn kräftige Muskulatur steuert die Bewegung und stabilisiert vor allem die Gelenke,
  • manuelle Therapie, eine spezielle Form der Krankengymnastik, die Gelenke und Muskeln wieder geschmeidig machen soll,
  • ein Stretching-Programm, das Sie erlernen und anschließend regelmäßig selbstständig durchführen.

Der Hintergrund für die manuelle Therapie: Schmerzende Gelenke werden immer steifer und unbeweglicher, dadurch verkürzen sich wiederum die umgebenden Muskeln. Die manuelle Therapie hilft, aus diesem Kreislauf herauszukommen.

Helfen Nahrungsergänzungsmittel bei Knorpelschaden?

In der zweiten Stufe der Knorpeltherapie kommen zusätzlich Medikamente zum Einsatz, genauer gesagt biotechnologisch hergestellte Substanzen. Zuvor jedoch ein Wort zu den vielerorts angepriesenen Wundermitteln. In aller Regel handelt es sich dabei um Nahrungsergänzungsmittel, also um Substanzen, die wir mit der Nahrung ohnehin zu uns nehmen. Ein Knorpelschaden entsteht keinesfalls, weil es an entsprechenden Nährstoffen mangelt. Es ist deshalb unsinnig zu glauben, ein Knorpelschaden ließe sich mit solchen Substanzen verhindern oder heilen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen das.

Der Rat von Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln: Geben Sie Ihr Geld nicht für Dinge aus, die eher in den Bereich der Scharlatanerie gehören.

Wie wirkt Hyaluronsäure bei Knorpelschaden?

Sinnvoll ist dagegen gegebenenfalls die Behandlung mit Hyaluronsäure. Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil der Gelenkflüssigkeit und wirkt letztendlich wie ein Schmiermittel. Vereinfacht gesprochen lässt sich das mit dem Ölwechsel beim Auto vergleichen: Einen Neuwagen bekommt man dadurch nicht, aber gut geschmiert läuft es besser.

Ein Wundermittel ist Hyaluronsäure sicherlich nicht, und ihre Wirksamkeit wird in einigen Untersuchungen angezweifelt. Andererseits belegen zahlreiche wissenschaftliche Studien die Wirksamkeit, insbesondere bei leichten bis mittelstarken Knorpelschäden.

Wie läuft die ACP-Behandlung ab?

Eine Alternative zur Hyaluronsäure ist die ACP-Behandlung. ACP steht für autologes konditioniertes Plasma und zählt zu den Eigenblutbehandlungen. Der Ablauf:

  1. Blutentnahme: Es wird Ihnen eine Ampulle Blut abgenommen.
  2. Aufbereitung: Daraus werden unmittelbar die körpereigenen Substanzen extrahiert, die Entzündungsreaktionen im Körper hemmen und natürliche Heilungsprozesse fördern.
  3. Injektion: Das konzentrierte Blutplasma wird unmittelbar an das betroffene Gelenk gespritzt, damit es dort vor Ort seine Wirksamkeit entfalten kann.

Ob die Behandlung mit Hyaluronsäure oder mit ACP für Sie sinnvoll ist, sollten Sie persönlich mit Ihrem Gelenkspezialisten besprechen.

Wann kommt eine Operation infrage?

Schmerzt ein Gelenk trotz intensiver konservativer Therapie weiterhin häufig, empfiehlt Dr. Preis, sich über operative Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Schließlich geht es um die ganz persönliche Lebensqualität.

Die Gelenkspezialisten der KLINIK am RING – Köln beraten Sie zur Behandlung von Knorpelschäden an Knie, Schulter und Hüfte gern in einem persönlichen Termin.

Häufig gestellte Fragen zum Thema (FAQ)

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.

Häufige Fragen zur Behandlung des Knorpelschadens

Lässt sich ein Knorpelschaden heilen?

Ist der Knorpelbelag erst einmal geschädigt, ist eine echte Heilung nicht möglich. Ziel der Behandlung ist deshalb nicht, dass der Schaden verschwindet, sondern dass er nicht oder zumindest weniger rasch zunimmt.

Warum hilft Bewegung bei Knorpelschaden?

Durch den wiederkehrenden Wechsel von sanftem Druck und nachfolgender Entlastung wird der Knorpel über die Gelenkflüssigkeit mit Nährstoffen versorgt. Ein Gelenk, das übermäßig geschont wird, ist dabei genauso anfällig wie eines, das ständig überfordert wird.

Was gehört zur Physiotherapie bei Knorpelschaden?

Dazu zählen gezieltes Muskelaufbautraining, die manuelle Therapie als spezielle Form der Krankengymnastik sowie ein Stretching-Programm, das Sie erlernen und regelmäßig selbstständig durchführen.

Bringen Nahrungsergänzungsmittel etwas gegen Arthrose?

Nein. Ein Knorpelschaden entsteht nicht durch einen Mangel an Nährstoffen, die wir ohnehin mit der Nahrung aufnehmen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass sich ein Knorpelschaden mit solchen Substanzen weder verhindern noch beheben lässt.

Wie wirkt Hyaluronsäure im Gelenk?

Hyaluronsäure ist ein natürlicher Bestandteil der Gelenkflüssigkeit und wirkt wie ein Schmiermittel. Ihre Wirksamkeit wird in einigen Untersuchungen angezweifelt, zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen sie jedoch, insbesondere bei leichten bis mittelstarken Knorpelschäden.

Was ist ACP und wie funktioniert die Behandlung?

ACP steht für autologes konditioniertes Plasma und ist eine Eigenblutbehandlung. Es wird eine Ampulle Blut abgenommen, daraus werden körpereigene Substanzen extrahiert, die Entzündungen hemmen und Heilungsprozesse fördern. Dieses Konzentrat wird direkt an das betroffene Gelenk gespritzt.

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