Arthrose, also ein schwerer, meist schmerzhafter Gelenkverschleiß, ist nicht heilbar. Umso wichtiger ist es, frühzeitig aktiv zu werden, bevor die Arthrose entsteht. Eine Knorpeltransplantation kann dabei helfen.
Die Knorpeltransplantation ist ein Operationsverfahren, bei dem ein Knorpelschaden, beispielsweise in einem Kniegelenk, mit den eigenen Knorpelzellen der Patientin oder des Patienten behandelt wird. Der Knorpeldefekt wird repariert, indem Knorpelzellen entnommen und in den geschädigten Bereich verpflanzt werden. Dort sollen sie sich vermehren und neuen Knorpel bilden, und zwar bevor sich ein schwerer Verschleiß, also eine Arthrose, entwickelt. Ist die Arthrose erst einmal da, funktioniert eine Knorpeltransplantation nicht mehr.
Das Prinzip der Knorpeltransplantation gibt es schon seit geraumer Zeit. Es war aber bisher recht kompliziert und auch ein sehr teures Verfahren. Durch technische Weiterentwicklung hat es deutliche Fortschritte gegeben: Waren früher zwei Operationen erforderlich, ist der Eingriff heute in einer einzigen Operation möglich, und das sogar minimalinvasiv, also rein arthroskopisch. Der Knorpel wächst dabei nicht im Labor, sondern unmittelbar im Gelenk im Bereich des Defektes.
Wie das funktioniert, zeigt das sogenannte AutoCart-Verfahren der Firma Arthrex:
Das AutoCart-Verfahren kann zusätzlich mit einer Stammzelltherapie kombiniert werden. Dazu wird der Knochen im Rahmen der Operation stimuliert, konkret ganz gezielt verletzt, damit Stammzellen aus dem Knochenmark austreten und ins Gelenk gelangen.
Eine Knorpeltransplantation funktioniert nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen:
Um keine falschen Erwartungen zu wecken, stellt Dr. Stefan Preis, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, ausdrücklich klar: Mit einer Knorpeltransplantation lässt sich eine Arthrose nicht heilen. In etlichen Fällen kann einer Arthrose damit jedoch vorgebeugt werden.
Weist das Kniegelenk Knorpelschäden an mehreren Stellen auf, besteht also ein eher diffuser Verschleiß, oder liegt bereits eine fortgeschrittene Arthrose vor, ist eine Knorpeltransplantation keinesfalls sinnvoll. Hier sollten andere Behandlungsmaßnahmen zur Anwendung kommen.
Ob eine Knorpeltransplantation für Ihr Gelenkproblem infrage kommt, klären die Gelenkspezialisten der KLINIK am RING – Köln gern in einem persönlichen Beratungsgespräch.
Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.
Die Knorpeltransplantation ist ein Operationsverfahren, bei dem ein Knorpelschaden mit den eigenen Knorpelzellen der Patientin oder des Patienten behandelt wird. Dazu werden Knorpelzellen entnommen und in den geschädigten Bereich verpflanzt, damit sie sich dort vermehren und neuen Knorpel bilden.
Im Rahmen einer Arthroskopie werden Knorpelteile gewonnen und in einem Filter gesammelt. Sie werden zerkleinert und mit körpereigenem Fibrin und Blutserum zu einer Knorpelpaste vermischt. Die Paste haftet dem darunterliegenden Knochen an, und die Knorpelzellen beginnen mit der Produktion von Knorpelsubstanz.
Innerhalb von circa acht Wochen ist der Defekt in aller Regel vollständig aufgefüllt. Der Knorpel wächst dabei nicht im Labor, sondern unmittelbar im Gelenk im Bereich des Defektes.
Der Gelenkverschleiß muss sich noch in einem frühen Stadium befinden. Der Schaden darf zwar tief bis an den Knochen reichen, muss aber lokal begrenzt sein, und die übrigen Gelenkflächen müssen weitestgehend intakt sein. Ist der gegenüberliegende Gelenkabschnitt ebenfalls geschädigt, funktioniert das Verfahren nicht mehr.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Patientinnen und Patienten, die älter als 50 Jahre sind, kaum mehr für eine Transplantation geeignet sind. Wahrscheinlich, weil Knorpelzellen, die sich ohnehin nur recht spärlich vermehren, im reiferen Alter noch weniger teilungsfähig sind.
Nein. Mit einer Knorpeltransplantation lässt sich eine Arthrose nicht heilen. In etlichen Fällen kann einer Arthrose damit jedoch vorgebeugt werden. Bei diffusem Verschleiß oder bereits fortgeschrittener Arthrose ist das Verfahren keinesfalls sinnvoll, hier kommen andere Behandlungsmaßnahmen infrage.