Fuß umgeknickt Soforthilfe: Was tun bei Sprunggelenkverletzung? | PECH-Regel

Veröffentlicht am:
25.11.2021
Dauer:
4:46
Fuß umgeknickt? Mit diesen Sofortmaßnahmen nach der PECH-Regel Schwellungen verhindern und den Heilungsprozess unterstützen. In diesem med.clip erfahren Sie was Sie nach Umknicken selbst tun können. Dr. Martin Wagner von der KLINIK am RING – Köln erklärt wie das Sprunggelenk aufgebaut ist und welche Maßnahmen neben Kühlen und Hochlagern, wirklich helfen die Schmerzen am Fuß zu lindern. Lernen Sie die PECH-Regel zur Soforthilfe nach Umknicken bzw. bei Sprunggelenkverletzungen kennen und erfahren Sie warum Sie bei anhaltenden Beschwerden nicht zögern sollten das Problem von Ihrem Arzt checken zu lassen.

Was passiert beim Umknicken im Sprunggelenk?

Bei den allermeisten Verletzungen des Fußes ist der Knöchel betroffen, medizinisch das Sprunggelenk. Ob beim Sport oder nach einem einfachen Stolpern: Wir knicken fast immer mit dem Fuß nach innen um.

Dabei kommt es zu einer mehr oder minder starken Verletzung der Gelenkkapsel und der Stabilisierungsbänder auf der Außenseite des Gelenks. Mehr oder minder stark heißt: Die Strukturen werden entweder nur überdehnt, also gezerrt, oder die Bänder reißen, gegebenenfalls sogar komplett durch.

Warum sind die ersten Stunden entscheidend?

Unabhängig davon, welche Struktur genau verletzt wurde und wie stark die Verletzung tatsächlich ist: Entscheidend ist, sofort und richtig zu reagieren. Wer zu lange abwartet, riskiert, dass das Gelenk anschwillt, die Schmerzen zunehmen und sich der gesamte nachfolgende Heilungsprozess unnötig verzögert.

Was besagt die PECH-Regel bei einer Sprunggelenkverletzung?

Dr. Martin Wagner, Gelenkspezialist an der KLINIK am RING – Köln, empfiehlt als Merkhilfe für die wichtigsten Erstmaßnahmen nach einer Verstauchung die sogenannte PECH-Regel:

  1. P wie Pause: Die Aktivität, die zu der Verletzung geführt hat, sollte sofort gestoppt werden, um weitere Verletzungen zu vermeiden.
  2. E wie Eis: Das Sprunggelenk sollte möglichst rasch gekühlt werden. Das reduziert Einblutungen und Schwellungen und lindert den Schmerz. Wichtig: Das Eis beziehungsweise Cold Pack nicht unmittelbar auf die Haut legen, sondern zum Beispiel in ein Handtuch einwickeln. Sonst besteht die Gefahr einer Erfrierung.
  3. C wie Compression (Kompression): Der Druck von außen sollte möglichst in Form eines Druckverbandes erfolgen, um Schwellungen und Einblutungen ebenfalls zu minimieren.
  4. H wie Hochlagern: Legen Sie den Fuß möglichst über Herzhöhe hoch. Das minimiert die Blutzufuhr und wirkt der Schwellung entgegen.

Welche Medikamente helfen nach dem Umknicken?

Neben diesen Akutmaßnahmen ist es sinnvoll, zwei- bis dreimal täglich ein abschwellendes, entzündungshemmendes Gel aufzutragen, zum Beispiel mit Diclofenac oder Ibuprofen.

Bei stärkeren Beschwerden und wenn keine Unverträglichkeiten bestehen, können Diclofenac oder Ibuprofen für ein oder zwei Tage auch als Tabletten eingenommen werden. So lässt sich dem Entzündungsreiz, der bei einer solchen Verletzung entsteht, noch intensiver entgegenwirken.

Wann sollten Sie mit dem Sprunggelenk zum Arzt?

Kommt es unter diesen Maßnahmen nicht rasch zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden, das heißt, das Gelenk schmerzt weiterhin und bleibt dick und angeschwollen, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen und das Problem genau checken lassen. Nichts wäre schlimmer, als eine womöglich ernsthaftere Verletzung des Sprunggelenks nicht rechtzeitig optimal zu behandeln.

Die Gelenkspezialisten der KLINIK am RING – Köln untersuchen Ihr Sprunggelenk gern in einem persönlichen Termin und besprechen mit Ihnen die weitere Behandlung.

Häufig gestellte Fragen zum Thema (FAQ)

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema. Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht uns persönlich zu kontaktieren oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis.

Häufige Fragen nach dem Umknicken

Was ist beim Umknicken im Sprunggelenk verletzt?

Beim Umknicken, meist nach innen, werden die Gelenkkapsel und die Stabilisierungsbänder auf der Außenseite des Sprunggelenks verletzt. Die Strukturen werden entweder nur überdehnt, also gezerrt, oder die Bänder reißen, gegebenenfalls sogar komplett durch.

Wofür steht die PECH-Regel?

PECH steht für Pause, Eis, Compression und Hochlagern. Die Aktivität wird sofort gestoppt, das Gelenk rasch gekühlt, mit einem Druckverband komprimiert und über Herzhöhe hochgelagert.

Wie kühle ich das Sprunggelenk richtig?

Kühlen Sie möglichst rasch, das reduziert Einblutungen und Schwellungen und lindert den Schmerz. Legen Sie Eis oder ein Cold Pack nicht unmittelbar auf die Haut, sondern wickeln Sie es zum Beispiel in ein Handtuch ein, sonst droht eine Erfrierung.

Welche Salbe oder Tablette hilft nach dem Umknicken?

Sinnvoll ist ein abschwellendes, entzündungshemmendes Gel zwei- bis dreimal täglich, zum Beispiel mit Diclofenac oder Ibuprofen. Bei stärkeren Beschwerden und ohne bestehende Unverträglichkeiten können diese Wirkstoffe für ein oder zwei Tage auch als Tabletten eingenommen werden.

Wann muss ich nach einer Sprunggelenkverletzung zum Arzt?

Wenn sich die Beschwerden unter den Sofortmaßnahmen nicht rasch deutlich bessern, das Gelenk also weiter schmerzt und dick und angeschwollen bleibt. Dann sollte die Verletzung ärztlich abgeklärt werden, damit eine ernsthaftere Schädigung nicht übersehen wird.

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